“Die Besten 2021” Warenwirtschaftssyteme für Juweliere

Clarity Success, Crystalworks/AEB und R&G (Best-Wawi Grün) sind die beliebtesten Warenwirtschaftssysteme der Branche.

Clarity Success, Crystalworks/AEB und R&G (Best-Wawi Grün) sind die beliebtesten Warenwirtschaftssysteme der Branche.

Die Digitalisierung schreitet voran. 64% der Juweliere, die an unserer großen Umfrage “Die Besten 2021 – Juweliere bewerten ihre Lieferanten” teilgenommen haben, arbeiten mit einem Warenwirtschaftssystem. 



Die beliebtesten Warenwirtschaftssysteme

Gewinner Interview

Beste Wawi: „Bei uns gibt es nur eine Version des Warenwirtschaftssystems – die beste.“

 

Die Unzufriedenheit vieler Juwelier mit ihrem Warenwirtschaftssystem ist groß, hat unsere „Lieferantenwahl“ ergeben. Und dann kommt auch noch die Umstellung auf die TSE (technische Sicherheitseinrichtung) dazu? Über die Herausforderungen und Chancen sprachen wir mit einem der Gewinner der Kategorie „Warenwirtschaftssysteme“, Jürgen Grün von BEST WAWI.

„Blickpunkt Juwelier“: Best Wawi wurde als eines der besten Warenwirtschaftssysteme der Branche ausgezeichnet. Haben Sie seit Corona einen engeren Kontakt zu Ihren wichtigen Kunden?

Jürgen Grün: Zunächst möchte ich nochmals betonen, wir sehr wir uns über die Auszeichnung freuen. Der Kontakt zu unseren Kunden ist uns seit Beginn vor 20 Jahren wichtig. Deshalb haben wir nicht „seit Corona“, sondern „nach wie vor“ einen sehr engen Kontakt zu unseren Kunden. Und da wir bereits seit Jahren alle Möglichkeiten der digitalen Kommunikation nutzen, um mit unseren Kunden im Austausch zu sein, funktionierte dies trotz dieser speziellen Situation hervorragend.

BJ: Neben allen Corona-Wirrungen haben Sie auch noch mit der Umstellung der Kassensysteme auf TSE (technische Sicherheitseinrichtung) zu kämpfen. Wie geht es Ihnen und den Anbietern von elektronischen Registrierkassen derzeit?

Grün: Die Umsetzung der Kassensicherheitsverordnung in BEST WAWI war für uns eine Herausforderung, die wir erfolgreich gemeistert haben. Nachdem wir uns bereits frühzeitig mit möglichen Lösungen beschäftigt haben, kam für uns nach umfassender Betrachtung aller Alternativen nur die Cloud-Lösung von Fiskaly in Betracht.
Die TSE-Umsetzung war für uns bereits vor einem Jahr im Kasten, sowohl die technische Umsetzung im Programm, als auch der verwaltungstechnische Schritt für die Umsetzung. Während dieser Phase standen wir permanent mit Fiskaly in Kontakt und können sagen, währenddessen eine stabile und vertrauensvolle Partnerschaft aufgebaut zu haben.
Und da wir die Umstellung von BEST WAWI auf TSE so schnell gemeistert haben, können wir uns bereits mit der Frage „Was kommt als nächstes?“ beschäftigen. Daher können sich unsere Kunden auf innovative, digitale Zahlungslösungen und eine intelligente, automatisierter Dokumentenerkennung freuen.

BJ: Die Unzufriedenheit vieler Juweliere mit ihrem Warenwirtschaftssystem ist groß – und auch der Wechselwille. Laut Lieferantenwahl wollen 12 % wechseln, weitere 16 % sind nicht zufrieden, sehen aber einen Wechsel als zu aufwendig an. Hat die Umstellung der Kassensysteme den Tropfen zum Überlaufen gebracht?

Grün: Wie bereits in der Frage angedeutet, hat die Umstellung der Kassensysteme auf TSE die Defizite vieler Kassensysteme aufgedeckt. Die Ursache hierfür liegt tiefer. Viele Programme und Kassensysteme scheinen überholt zu sein. Sie sind über die Jahre um immer mehr Funktionen erweitert worden, ohne diese auf Datenebene sauber in das Programm zu integrieren. Die Umsetzung einer komplexen Anforderung wie der TSE ist für solche Systeme nicht mehr möglich, es trennt sich die Spreu vom Weizen.

BJ: Wenn man die Spreu vom Weizen trennt, meint man im übertragenen Sinn, das Gute vom Schlechten, das Verwertbare vom Nutzlosen zu trennen. Trifft diese Situation Ihrer Meinung nach derzeit unter den Warenwirtschaftsanbietern der Schmuck- und Uhrenbranche zu?

Grün: Das Aufkommen neuer technischer Möglichkeiten wie der Cloud oder digitale Zahlungsmethoden bedeuten einen großen Wandel für die Anbieter von Warenwirtschaftssystemen, vergleichbar mit dem Aufkommen digitaler Warenwirtschafts- und Kassensysteme für die Hersteller manueller Registrierkassen. Und auch wenn eine manuelle Registrierkasse zwar heute nicht nutzlos ist, so ist sie dennoch nicht mehr gefragt und technisch überholt. Gleiches gilt für die Warenwirtschaftssysteme vieler Anbieter – diese sind nicht nutzlos geworden, hinken jedoch dem heutigen Stand der Technik hinterher und sind zu Auslaufmodellen geworden.
Deshalb ist es seit über 20 Jahren Teil unserer Philosophie, nur genau eine Version unseres Warenwirtschaftssystems anzubieten – die beste.
Unser Anspruch ist es, unseren Kunden stets die innovativsten Möglichkeiten und Lösungen anzubieten. Deshalb gehen wir selbst voran und treiben Trends, statt diesen nur nachzueifern. Durch die automatische  Updates ist sichergestellt, dass jeder Kunde zu jedem Zeitpunkt die aktuelle Version besitzt.
Wir können durchaus mit Stolz behaupten, dass sich die konsequente Umsetzung unserer Philosophie bislang als absolut richtig herausgestellt haben. Wir nehmen das Qualitätsversprechen unseren Kunden gegenüber sehr ernst und wollen auch in 20 Jahren noch ein Top-Produkt am Markt haben.

Jürgen Grün: "Seit über 20 Jahren lautet unserer Philosophie, nur genau eine Version unseres Warenwirtschaftssystems anzubieten – die beste."
Jürgen Grün: "Seit über 20 Jahren lautet unserer Philosophie, nur genau eine Version unseres Warenwirtschaftssystems anzubieten – die beste."

BJ: Wie nehmen Sie das Problem TSE wahr?

Grün: Für uns hat die Umstellung auf TSE nie ein Problem dargestellt.
Bei der Weiterentwicklung unseres Kassensystems setzen wir höchste Qualitätskriterien für die Einführung neuer Funktionen und durchlaufen mehrere Testphasen. Dadurch können wir unseren Kunden zu jedem Zeitpunkt ein funktionsfähiges, sicheres und technisch einwandfreies Produkt anbieten. Dementsprechend können wir uns dieser Tage auch über äußerst positives Kundenfeedback sowie einen wachsenden Kundenkreis freuen.

BJ: Wie nehmen Ihre Kunden das Problem wahr?

Grün: Sicherlich hat die TSE-Umstellung Veränderungen bei unseren Kunden zur Folge. Die organisatorischen Abläufe bei der Kassenführung ändern sich, es gibt neue notwendige Arbeitsschritte. Jedoch bieten solche Änderungen auch immer Chancen für Verbesserungen. So haben wir die TSE-Umstellung genutzt, um auf dieser Basis die Daten-Schnittstelle zum Steuerberater zu automatisieren. Für diese Arbeitserleichterung haben wir sehr positives Kundenfeedback erhalten, da der Abstimmungsaufwand zwischen Juwelier und Steuerberater verringert und die Informationsqualität massiv verbessert wird.

BJ: Viele Juweliere scheuen sich vor dem Wechsel des Warenwirtschaftssystems. Ist ein Wechsel wirklich so aufwendig?

Grün: Diese Frage lässt sich nicht mit einem einfachen „Ja“ oder „Nein“ beantworten, sondern muss im Gesamtkontext betrachtet werden.
Ein Warenwirtschaftssystem spiegelt die Arbeitsweise des Juweliers wider, somit zieht ein Wechsel des Warenwirtschaftssystems auch immer geringfügige Änderungen der Arbeitsweise nach sich.
Möchte ich mich als Juwelier jedoch zukunftsorientiert aufstellen, muss ich ernsthaft prüfen, ob mein derzeitiges Warenwirtschaftssystem und meine Arbeitsweise diesem Anspruch gerecht werden.
Verluste durch nicht funktionsfähige Kassen oder verlorene Zeit durch Fehlersuche oder das Warten in der Hotline häufen sich über die Zeit massiv an und lassen sich nie wieder zurückbekommen. Investiere ich diese Zeit dagegen einmalig in den Wechsel auf ein stabiles und innovatives Warenwirtschaftssystem zahlt sich dies schnell um ein Vielfaches aus.
Wir haben den Umstieg auf BEST WAWI sowie die Datenübernahme aus dem alten Warenwirtschaftssystem weitestgehend automatisiert, so dass unser Kunde nur noch in Einzelfällen selbst aktiv werden muss.

BJ: Ist die Juwelier-Branche grundsätzlich kompliziert für Warenwirtschaftsanbieter?

Grün: Die Komplexität und der Detailgrad von Juweliers-Produkten sowie die Verwaltung von Dienstleistungen und Prozessen im Zusammenhang mit den Produkten wie z.B. Reparaturen ist mit Sicherheit um einiges höher als bei anderen Einzelhändlern. Gleichzeitig birgt diese Komplexität viel verborgenes Potential für Verbesserungen, welches bislang nicht genutzt wird. Ein leistungsfähiges Warenwirtschaftssystem und die digitale Kompetenz zur richtigen Anwendung helfen diese verborgenen Potentiale zu nutzen und die richtigen Schlüsse aus den Daten ableiten zu können.
Mit diesen Voraussetzungen kann ich als Juwelier weiterhin positiv in die Zukunft schauen.

BJ: Ob überhaupt, für wen und vor allem wann die Umstellung der Kassensysteme verbindlich ist, wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Wie dringend und wie wichtig schätzen Sie das Thema für Juweliere ein?

Grün: Kein Juwelier sollte sich mehr die Frage stellen, ob er sein Kassensystem überhaupt umstellen möchte. Die Vorteile, welche die Einführung eines digitalen, cloudbasierten Warenwirtschaftssystems mit sich bringt sind immens. Deswegen kann ich jedem Juwelier nur empfehlen, diese Umstellung im eigenen Interesse so schnell wie möglich in Gang zu setzen, um so früh wie möglich mehr Zeit für das Wichtigste zu haben: den Kunden.

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