Ohrlochstechen ist nicht gleich Piercing

Ohrlochstechen und Piercing können unterschiedliche Verfahren umfassen.

Ohrlochstechen und Piercing werden im Alltag häufig gleichgesetzt. Für den Fachhandel lohnt sich jedoch eine genauere Unterscheidung. Denn hinter dem Begriff „Stechen“ können unterschiedliche professionelle Verfahren stehen. Moderne Stechsysteme wie das STUDEX System 75 funktionieren anders als das frühere Ohrlochschießen mit Federdruck. Gleichzeitig unterscheidet sich ihre Anwendung vom Piercing mit einer Hohlnadel. Für Juweliere ist diese Klarheit wichtig – in der Beratung ebenso wie in Werbung und Kundengespräch.



STECHEN IST NICHT GLEICH STECHEN

Die wichtigste Klarstellung zuerst: Ein modernes Stechsystem „schießt“ nicht. Beim klassischen Ohrlochschießen wurde ein angespitzter Ohrstecker durch einen Federmechanismus mit hoher Geschwindigkeit durch das Gewebe gedrückt.

Moderne Push-Through-Systeme funktionieren anders. Beim STUDEX System 75 wird das Instrument manuell betätigt. Der speziell entwickelte Erstschmuck wird kontrolliert durch das Gewebe geführt und unmittelbar im Stichkanal positioniert. STUDEX spricht deshalb bewusst von einem Stechsystem.

Beim Piercing mit einer sterilen Hohlnadel wiederum wird zunächst der Stichkanal angelegt und anschließend der dafür vorgesehene Schmuck eingesetzt. Auch hier wird also gestochen – allerdings mit einer anderen Methode.

Für den Fachhandel gilt deshalb: Nicht „Stechen oder Piercing“ ist die entscheidende Unterscheidung, sondern welches Stechverfahren für welche Position eingesetzt wird.

DIE POSITION ENTSCHEIDET ÜBER DIE METHODE

Nicht jede Stelle am Ohr kann mit jedem Verfahren behandelt werden. Moderne Stechsysteme sind für klar definierte Bereiche ausgelegt. STUDEX nennt für das System 75 das Ohrläppchen sowie den oberen flachen Knorpelbereich des Ohrs. Für andere Körperstellen oder komplexere Piercingpositionen kann eine Hohlnadel die geeignete Methode sein.

Genau deshalb sollte der Juwelier keine Methode pauschal über eine andere stellen. Professionell ist nicht, möglichst viel anzubieten, sondern die Grenzen des eigenen Systems und der eigenen Ausbildung zu kennen.

Die Beratung beginnt deshalb mit der Frage: Welche Position möchte die Kundin – und welches Verfahren ist dafür vorgesehen?

STUDEX verbindet die Anwendung seiner Systeme mit Schulungen beim Fachhändler vor Ort. © Ki-generiert

AUCH DER SCHMUCK MACHT DEN UNTERSCHIED

Je nach Verfahren unterscheiden sich auch Erstschmuck und Verschluss. Beim STUDEX System 75 befinden sich Ohrstecker und Verschluss steril verpackt in einer Einwegkartusche. Während des Vorgangs müssen beide nicht mit den Händen berührt werden. Der Verschluss wird vom System automatisch positioniert.

Beim Piercing mit einer Hohlnadel können andere Schmuckformen und Verschlusssysteme eingesetzt werden. Welche Variante geeignet ist, hängt unter anderem von der Position und dem geplanten späteren Look ab.

Für den Juwelier wird aus der technischen Frage deshalb schnell eine Schmuckberatung. Denn nach der Heilungsphase beginnt die eigentliche Entwicklung des Ear Stacks: Schmuckwechsel, neue Formen, weitere Positionen und hochwertigere Materialien.

HYGIENE UND SCHULUNG SIND DER GEMEINSAME STANDARD

Unabhängig von der eingesetzten Methode entscheidet nicht allein das Instrument über Professionalität. Haut- und Händedesinfektion, geeignete Schutzausrüstung, ein sauber vorbereiteter Arbeitsplatz, sterile Einwegmaterialien und eine klare Nachsorge gehören zum gesamten Ablauf.

Ebenso entscheidend ist die Schulung. STUDEX verbindet die Anwendung seiner Systeme mit Schulungen beim Fachhändler vor Ort. Themen sind unter anderem Methoden, Materialkunde, Hygiene, Arbeitsplatzgestaltung, rechtliche Grundlagen, Nachsorge und praktische Durchführung.

Das zeigt: Professionelles Ohrlochstechen beginnt nicht mit dem Gerät, sondern mit Wissen und einem klar definierten Prozess.

KLARE SPRACHE SCHAFFT VERTRAUEN

Für die Kommunikation des Juweliers ergibt sich daraus eine einfache Regel: Nicht vereinfachen, sondern erklären.

„Ohrlochschießen“ beschreibt moderne Stechsysteme nicht korrekt. Gleichzeitig sollte der Eindruck vermieden werden, nur die Hohlnadel dürfe als „Stechen“ bezeichnet werden. Auch moderne Systeme arbeiten als kontrollierte Stechverfahren.

Auf Website, Social Media und im Beratungsgespräch sollte deshalb konkret beschrieben werden, welche Methode eingesetzt wird und für welche Positionen sie vorgesehen ist. Das schafft realistische Erwartungen und macht Kompetenz sichtbar.

DIE ESSENZ FÜR DEN FACHHANDEL

Ohrlochstechen und Piercing können unterschiedliche Verfahren umfassen. Moderne Stechsysteme wie das STUDEX System 75 arbeiten kontrolliert und manuell, während beim klassischen Piercing eine Hohlnadel zum Einsatz kommen kann. Entscheidend sind die passende Methode für die jeweilige Position, konsequente Hygiene, Schulung und eine klare Kommunikation. Wer diese Unterschiede erklären kann, schafft Vertrauen und macht aus dem Stechen einen professionellen Service.

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