Eppli übernimmt Pre-Owned-Geschäft: Henrich & Denzel macht Schmuck zum Wertobjekt

Eppli Haus Stuttgart

Das Eppli Haus im Herzen Stuttgarts wurde vom Handelsverband Deutschland als „Store of the Year 2026“ ausgezeichnet. © Eppli

Henrich & Denzel geht im Schmuckhandel einen neuen Weg. Die Platinmanufaktur macht das Stuttgarter Auktionshaus Eppli zum offiziellen Pre-Owned-Partner. Damit sollen hochwertige Schmuckstücke auch nach Jahren als eigenständige Designs gehandelt werden und nicht allein nach ihrem Edelmetallwert. Für Juweliere entsteht daraus ein zusätzliches Verkaufsargument.



Was bei hochwertigen Uhren längst etabliert ist, gewinnt nun auch im Schmuckhandel an Bedeutung: der organisierte Zweitmarkt. Mit der neuen Partnerschaft zwischen Henrich & Denzel und Eppli soll Schmuck über den Erstverkauf hinaus seinen Stellenwert als Markenprodukt behalten.

Die Platinmanufaktur aus Radolfzell am Bodensee verfolgt seit ihrer Gründung 1984 den Anspruch, Schmuck für Generationen zu schaffen. Dabei stehen zeitloses Design, hochwertige Materialien und eine eigenständige Formensprache im Mittelpunkt.

Dass ältere Schmuckstücke der Marke weiterhin gefragt sind, zeigt sich bereits auf dem Zweitmarkt. In den vergangenen Jahren wurden bei verschiedenen Auktionshäusern und Händlern wiederholt Schmuckstücke von Henrich & Denzel aus Privatbesitz verkauft. Auch die Manufaktur erhält regelmäßig Anfragen zu früheren Kollektionen und Klassikern.

EPPLI WIRD OFFIZIELLER PARTNER

Mit der neuen Zusammenarbeit übernimmt Eppli künftig die Bewertung und Vermarktung gebrauchter Schmuckstücke von Henrich & Denzel. Je nach Schmuckstück und Marktsituation erfolgt der Verkauf direkt oder über eine Auktion.

Entscheidend ist dabei die Positionierung: Die Schmuckstücke werden weiterhin unter dem Namen Henrich & Denzel und mit ihrer ursprünglichen Kollektionsbezeichnung angeboten.

Geschäftsführer Christian Brüggerhoff betont, dass ein Ring der Manufaktur auch nach zwanzig Jahren seine Markenidentität behalten solle. Durch die Partnerschaft mit Eppli werde sichergestellt, dass die Schmuckstücke entsprechend ihrer Herkunft und Gestaltung gehandelt werden.

DESIGN STATT MATERIALWERT

Die Grundlage dafür sieht Henrich & Denzel in der konsequenten Designphilosophie der Manufaktur. Statt kurzlebigen Trends folgt das Unternehmen einer reduzierten, architektonisch geprägten Formensprache.

Ein Beispiel ist der Tenda-Ring, der 2014 mit dem Red Dot Award ausgezeichnet wurde. Weitere Designauszeichnungen erhielten unter anderem die Kollektionen Tenda, Swing und Solana. Hinzu kommen mehrere Couture Design Awards aus Las Vegas.

Auch die Materialwahl spielt eine wichtige Rolle. Platin bildet den Schwerpunkt der Fertigung und zeichnet sich durch hohe Beständigkeit sowie gute Möglichkeiten zur Aufarbeitung aus.

Brüggerhoff sieht zeitloses Design deshalb nicht als bloßes Marketingversprechen, sondern als bewusste Entscheidung in der Produktentwicklung. Schmuckstücke sollen auch von nachfolgenden Generationen getragen werden können und ihre Bedeutung über den ursprünglichen Kauf hinaus bewahren.

NEUES VERKAUFSARGUMENT FÜR JUWELIERE

Besonders interessant ist die Partnerschaft für den stationären Fachhandel. Denn Juweliere erhalten damit ein zusätzliches Argument im Beratungsgespräch.

Wer einen hochwertigen Ring oder ein Collier von Henrich & Denzel verkauft, kann künftig auf einen professionell organisierten Zweitmarkt verweisen. Kunden wissen damit, dass es für ihre Schmuckstücke bei einem späteren Verkauf eine spezialisierte Anlaufstelle gibt.

Im Luxusuhrenhandel gehört der Wiederverkaufswert längst zu den wichtigen Kaufüberlegungen. Im Schmuckbereich ist diese Perspektive bislang deutlich weniger etabliert.

Henrich & Denzel möchte das ändern und hochwertige Schmuckstücke stärker als langlebige Markenprodukte positionieren. Ein bestimmter Wiederverkaufswert wird dadurch nicht garantiert, doch die professionelle Bewertung schafft zusätzliche Transparenz.

CHANCEN FÜR FOLGEKÄUFE

Auch für die Kundenbindung ergeben sich neue Möglichkeiten. Wer ein älteres Schmuckstück von Henrich & Denzel verkaufen möchte, kann an Eppli verwiesen werden.

Gleichzeitig eröffnet die Zusammenarbeit Perspektiven für neue Verkaufsmodelle im Fachhandel. Kunden könnten beispielsweise ein vorhandenes Schmuckstück über Eppli veräußern und den Erlös für den Kauf eines neuen Modells beim Juwelier nutzen.

Auch gemeinsame Veranstaltungen rund um neue Kollektionen bieten Möglichkeiten, bestehende Kunden erneut anzusprechen.

Damit wird der Zweitmarkt nicht nur zum zusätzlichen Service, sondern möglicherweise auch zu einem Instrument für Wiederholungskäufe und langfristige Kundenbeziehungen.

EPPLI BRINGT MARKTKOMPETENZ EIN

Mit Eppli gewinnt Henrich & Denzel einen Partner, der seit fast fünf Jahrzehnten auf Bewertung, Ankauf, Versteigerung und Verkauf hochwertiger Schmuckstücke spezialisiert ist.

Das neue Eppli Haus im Herzen Stuttgarts wurde vom Handelsverband Deutschland als „Store of the Year 2026“ ausgezeichnet. Beim Inhorgenta Award 2026 gehörte das Unternehmen zudem zu den drei Bestplatzierten seiner Kategorie.

Für Henrich & Denzel war insbesondere wichtig, dass die hohen Ansprüche an Qualität und Beratung auch beim Weiterverkauf bestehen bleiben. Eppli soll die Schmuckstücke nicht ausschließlich anhand ihres Edelmetallgewichts bewerten, sondern auch Design, Marke und Nachfrage berücksichtigen.

SCHMUCK MIT ZWEITEM LEBEN

Die gesamte Abwicklung des Pre-Owned-Geschäfts übernimmt Eppli. Henrich & Denzel begleitet damit seine Schmuckstücke künftig über den Erstverkauf hinaus.

Für den Fachhandel könnte diese Entwicklung eine größere Bedeutung bekommen. Denn während hochwertige Uhren längst über einen etablierten Sekundärmarkt verfügen, wird der Wiederverkauf von Markenschmuck bislang häufig weniger systematisch organisiert.

Die Partnerschaft zwischen Henrich & Denzel und Eppli zeigt, wie sich das ändern könnte. Schmuck wird damit nicht nur als Material oder Geschenk betrachtet, sondern als langlebiges Markenprodukt mit einer eigenen Geschichte und einem potenziellen Zweitmarkt.

Für Juweliere entsteht daraus eine zusätzliche Perspektive: Nicht nur der erste Verkauf zählt. Auch das zweite Leben eines Schmuckstücks kann die Marke stärken und neue Kundenkontakte schaffen.

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