
Mit dem historischen Anstieg des Goldpreises rückt das Edelmetall wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. © Shutterstock.com
Mit über 2.900 Euro je Feinunze erklimmt der Goldpreis ein neues Rekordniveau – ausgelöst durch globale Unsicherheiten und politische Spannungen. Für Juweliere bietet die Entwicklung Chancen und Herausforderungen gleichermaßen: Wertbewusstsein trifft auf Preisdruck, Kundeninteresse auf Kalkulationsbedarf. Mehr dazu unter: Wie geht der Fachhandel mit dem gestiegenen Goldpreis um?
Gold auf Rekordkurs: über 2.900 Euro je Feinunze
Noch nie war Gold so gefragt wie jetzt: Anfang April 2025 durchbrach der Goldpreis erstmals die Marke von 3.149 US-Dollar pro Feinunze – umgerechnet rund 2.930 Euro. Allein im März stieg der Preis um über 10 Prozent, seit Jahresbeginn sogar um mehr als 18 Prozent. Damit erlebte das Edelmetall das stärkste Quartalswachstum seit fast vier Jahrzehnten. Analysten wie Max Layton (Citi) und Goldman Sachs gehen noch weiter: Sie prognostizieren mögliche Höchststände von bis zu 3.260 Euro oder gar 3.920 Euro bis Jahresende.
Der Auslöser für die Goldrally: geopolitische Unsicherheit. US-Präsident Donald Trump kündigte am sogenannten „Tag der Befreiung“ pauschale Importzölle von 20 Prozent auf Waren aus China, der EU und Japan an. Die Sorge vor einem neuen globalen Handelskrieg, kombiniert mit Inflations- und Rezessionsängsten, treibt Anleger in „sichere Häfen“ wie Gold. Die Folge: Weltweit flossen allein im ersten Quartal rund 17,7 Milliarden Euro in goldbasierte Finanzprodukte wie ETFs. Gleichzeitig stocken Zentralbanken – allen voran China – ihre Goldreserven weiter auf.

Was das für Juweliere bedeutet
Für den stationären Handel ist der historische Preisanstieg Chance und Aufgabe zugleich. Denn: Der materielle Wert von Goldschmuck hat sich erheblich erhöht – damit steigt auch der symbolische und ideelle Wert für viele Kunden. Wer heute Schmuck kauft, investiert nicht nur in Stil, sondern auch in Substanz. Für Juweliere ergibt sich daraus Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen:
-
Preismanagement: Wer noch mit Preisen aus dem Vorjahr kalkuliert, läuft Gefahr, wertvolle Marge zu verlieren. Die Anpassung der Verkaufspreise an den aktuellen Goldkurs ist unumgänglich – sollte aber transparent und professionell kommuniziert werden.
-
Ankaufsangebote: Der Goldpreis macht das Thema „Altgold-Ankauf“ besonders attraktiv. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, Kunden durch gezielte Aktionen zur Schmuck-Verwertung oder Umarbeitung zu motivieren.
-
Beratung als Schlüssel: Viele Konsumenten wissen zwar, dass Gold wertvoll ist – aber nicht, wie wertvoll. Hier ist Beratungskompetenz gefragt. Wer erklären kann, warum ein Goldring heute mehr kostet als vor einem Jahr, schafft Vertrauen und Mehrwert.
-
Wert als Argument: Im Gespräch kann auf die Stabilität von Gold verwiesen werden – gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unruhe. Schmuckstücke aus Gold werden damit nicht nur zu persönlichen Erinnerungsstücken, sondern auch zu kleinen Wertanlagen.
Gold bleibt König, für Händler wie Kunden
Der Rekordpreis unterstreicht die besondere Rolle von Gold als Wert- und Vertrauensanker in unsicheren Zeiten. Für den Uhren- und Schmuckhandel ist das ein Weckruf: Wer seine Angebote an den gestiegenen Wert anpasst, aktiv kommuniziert und Kunden beratend zur Seite steht, kann von der Gold-Renaissance profitieren. Denn eines ist sicher: Gold glänzt – besonders dann, wenn andere Märkte ins Wanken geraten.
Keine Kommentare