Wörner: „Was andere nicht können, setzen wir um!”

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Zusammenarbeit. Jürgen Heindel, Nils Schroth und Markus Konnerth: Die Geschäftsführung von Wörner im Gespräch mit Blickpunkt·Juwelier. © Wörner

Wörner richtet sich neu aus. Die Manufaktur gilt als zurückhaltend, wächst jedoch deutlich und stärkt ihr Profil im Bereich Solitär und Memoire. Für viele Fachhändler ist Wörner ein verlässlicher Partner mit hoher Fertigungstiefe und individueller Umsetzung. Im Gespräch zeigt sich, wie klar das Unternehmen seinen Anspruch als moderne Schmuckmanufaktur definiert. Diese Neupositionierung prägt bereits die Zusammenarbeit im Markt.



Das Gespräch wurde stellvertretend für die vierköpfige Geschäftsführung von Wörner geführt.

BLICKPUNKT·JUWELIER: Wörner wird oft als „Alleskönner“ bezeichnet. Was bedeutet dieser Begriff für Sie?

WÖRNER: Für uns beginnt alles damit, dem Juwelier genau zuzuhören. Wir wollen verstehen, was er für seinen Kunden braucht – nicht, was wir für richtig halten. Beim Verlobungsring hat das eine ähnliche Bedeutung wie beim Trauring. Der Kunde erwartet Qualität, Wiedererkennbarkeit und Lösungen aus einer Hand. Deshalb entwickeln wir nicht nur unser eigenes Sortiment, sondern auch Modelle, die exakt auf die Vorstellungen des Juweliers zugeschnitten sind. In vielen Fällen entstehen daraus eigene Kollektionen, die ausschließlich diesem Partner gehören.

BPJ: Das klingt weniger nach klassischem Sortiment und mehr nach Private Label.

WÖRNER: Genau so ist es. Wir treten bewusst hinter dem Fachhändler zurück, wenn er das möchte. Branding, Präsentation, Verpackung – alles kann auf den Juwelier abgestimmt werden. Wir bieten ein vollständiges Private-Label-System an, vom Solitär bis zum Set aus Ring, Anhänger und Creolen. Viele Händler nutzen diese Möglichkeit sehr erfolgreich, weil sie damit ein Alleinstellungsmerkmal in ihrer Stadt schaffen.

BPJ: Wie flexibel kann man bei Individualisierungen tatsächlich sein?

WÖRNER: Sehr flexibel. Das ist einer der wesentlichen Unterschiede zu vielen Mitbewerbern. Wir kombinieren Techniken, die andere strikt trennen: Guss und Drehtechnik. Dadurch können wir auf Anforderungen reagieren, die mit reinen Guss- oder reinen Drehbetrieben nicht möglich wären. Wenn ein Händler einen Solitär besonders schnell benötigt, können wir die Schiene drehen, die Fassung setzen und den Ring innerhalb kürzester Zeit fertigstellen. Diese Flexibilität entsteht durch unser Team aus Goldschmieden, Technikern und Produktentwicklern, das eng zusammen-
arbeitet.

Wir entwickeln den Solitär, den der Juwelier wirklich braucht.

Konnerth, Schroth, Heindel Geschäftsführung, Wörner

BPJ: Welche Rolle spielt das empfohlene Sortiment beim Verlobungsring?

WÖRNER: Man braucht weniger Modelle, als viele denken. Aber in den richtigen Größen und Farben. Die Bestseller sind klar: klassische 6er- und 4er Krappen, Zargen und moderne Spannringoptiken. Der große Umsatz entsteht genau dort. Ergänzend dazu sollten ein paar Varianten mit seitlichen Steinen oder Fancy Cuts verfügbar sein. Wichtig ist, dass die Modelle technisch sauber ausgeführt sind. Beim Solitär kann man viele kleine Fehler machen, die später in der Beratung sichtbar werden. Deshalb legen wir hier besonderen Wert auf Proportionen, Fassqualität und die Kombinationsmöglichkeit als Beisteckring zum Trauring oder Memoire.

BPJ: Wie schnell können Sie liefern?

WÖRNER: Zwischen fünf und zehn Tagen – oft deutlich schneller, wenn es nötig ist. Der Vorteil liegt darin, dass wir viele Arbeitsschritte intern abbilden können. Dadurch entstehen kurze Wege und vor allem verlässliche Lieferzeiten. In Eilfällen kann ein Solitär sogar innerhalb von ein bis zwei Tagen entstehen. Viele Juweliere schätzen das, weil es den direkten Umsatz ermöglicht, den sie sonst verlieren würden und ihren Kunden zugleich Planungssicherheit gibt.

BPJ: Spielt die Ergänzung durch Sets – Ring, Anhänger, Creolen – zunehmend eine Rolle?

WÖRNER: Absolut. Aus einem Verlobungsring entsteht häufig der Wunsch nach einem passenden Memoire, einem Anhänger oder Ohrschmuck. Deshalb haben wir unsere Serien so aufgebaut, dass sie sich logisch zu einem Set erweitern lassen. Die Verarbeitung basiert nicht auf Guss, sondern auf gedrehten Vollmaterialkomponenten. Das wirkt sich positiv auf Optik und Haptik aus. Ein neuer Bereich bei uns ist der Armbandschmuck, der sich aktuell in der Markteinführung befindet. Damit entsteht ein vollständiger 1–2–3–4-Produktweg vom Ring bis zum Handgelenk.

BPJ: Welche Preislagen dominieren beim Verbraucher?

WÖRNER: Beim Verlobungsring ist der Viertelkaräter der klare Bestseller. Interessant ist, dass trotz hoher Goldpreise keine nennenswerte Verlagerung zu leichteren Modellen stattfindet. Die Kunden wählen eher hochwertigere Legierungen. Der Trend geht eher Richtung 18 Karat und nicht nach unten, weil Qualität und Wertbeständigkeit stärker gewichtet werden. Auch beim Design bleibt das Kaufverhalten konstant: Klassische Modelle werden weiterhin deutlich bevorzugt und bestimmen den Großteil des Absatzes.

Wörner Inhorgenta 2026
Messe. Wörner präsentiert auf der Inhorgenta Munich 2026 in Halle B2, Stand 310, die neuesten Entwicklungen im Bereich Solitär-, Memoire- und Trauringe. Das Unternehmen zeigt seine Erweiterungen im Schmucksegment und individuelle Lösungen für den Fachhandel. © Wörner

BPJ: Was bedeutet der Goldpreis generell für Ihre Kollektionen?

WÖRNER: Überraschend wenig. Über die letzten Jahre hat sich das Durchschnittsgewicht unserer Ringe kaum verändert. Zwar beobachten wir die Preisentwicklung sehr genau, doch wir sehen keinen Trend zu dünneren oder leichteren Modellen. Die maßgeblichen Veränderungen ergeben sich nicht aus dem Goldkurs, sondern aus gestalterischen Tendenzen – etwa etwas schmalere Profile, die jedoch konstruktiv stabil bleiben. Gleichzeitig stellen wir fest, dass Endkunden bereit sind, für hochwertige Legierungen und saubere Verarbeitung mehr zu bezahlen. Der Goldpreis führt deshalb eher zu einer höheren Wertschätzung für Qualität als zu einem Wunsch nach günstigeren Alternativen. Das spüren wir sowohl im Trauringbereich als auch beim Memoire, wo die Nachfrage nach 18-Karat-Legierungen sogar steigt.

BPJ: Ein Thema, das viele Händler beschäftigt, ist die Umsatzentwicklung über Sets. Welche Potenziale sehen Sie hier?

WÖRNER: Der Verlobungsring ist der Einstiegspunkt. Wer mit einem hochwertigen Solitär beginnt und die Verarbeitung schätzt, bleibt beim passenden Schmuck. Sobald der Armbandschmuck hinzukommt, erweitert sich diese Perspektive nochmals. Unser Ziel ist ein geschlossenes System, das für den Juwelier wirtschaftlich und für den Kunden ästhetisch sinnvoll ist.

BPJ: Wie wird sich Ihr Unternehmen in den kommenden Jahren weiterentwickeln?

WÖRNER: Wir wachsen kontinuierlich und kontrolliert. Qualität hat Priorität, deshalb nehmen wir neue Kunden nur dann auf, wenn wir die Leistungsfähigkeit im Haus sicherstellen können. Dieses Prinzip hat uns in den vergangenen Jahren getragen und bleibt auch künftig bestehen. Parallel bauen wir den Bereich Schmuck systematisch aus und erweitern bestehende Serien um passenden Hals-, Ohr- und Armbandschmuck. Dadurch entsteht für den Juwelier ein durchgängiger Produktweg vom Solitär bis zum vollständigen Set. Gleichzeitig investieren wir in Ausbildung, Technik und Prozesse, weil jede Erweiterung nur dann sinnvoll ist, wenn sie unser Qualitätsniveau hält oder hebt. Unsere Grundphilosophie bleibt dabei: Wir setzen um, was der Juwelier wirklich braucht und auch das, was andere nicht umsetzen können. Die Fähigkeit, individuelle Modelle oder ganze Eigenkollektionen zu entwickeln, wird weiter an Bedeutung gewinnen.

Markenprofil

Wörner Trauringe und Schmuck

Wörner Trauringe und Schmuck

Die breite Vielfalt an WÖRNER Produkten steht für eine Kombination aus traditioneller Handwerkskunst, technischem Know-how und einem hohen Anspruch an Qualität und Design. So entstehen Schmuckstücke von besonderer Güte und...

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