Goldpreis bis 2027: Kommt jetzt der nächste Anstieg?

Gold bleibt in Bewegung, doch neue Käufergruppen stützen den Markt.© Freepik

Ist der Goldpreis schon zu hoch oder kommt der nächste Anstieg erst noch? Genau diese Frage beschäftigt derzeit Anleger, Kunden und den Fachhandel. Eine aktuelle Analyse von WisdomTree zeigt, warum Gold trotz Schwankungen vor einer neuen Preisphase stehen könnte.



Laut WisdomTree wird Gold nicht mehr nur von Privatanlegern, institutionellen Investoren und Zentralbanken nachgefragt. Zunehmend könnten auch chinesische Versicherungsgesellschaften, indische Pensionsfonds, Emittenten digitaler Vermögenswerte und Gold-ETCs eine stärkere Rolle spielen.

Genau diese breitere Nachfrage könnte dazu führen, dass sich der Goldpreis langfristig auf einem höheren Niveau stabilisiert. Kurzfristige Prognosen bleiben jedoch schwierig, da politische Unsicherheiten, Inflation, Dollarbewegungen und Zinsentscheidungen gleichzeitig auf den Markt wirken.

Drei Szenarien für die nächsten zwölf Monate

Im Hauptszenario erwartet WisdomTree einen Goldpreis von 5.500 US-Dollar je Feinunze. Das wäre nahe an den bisherigen Höchstständen. Bemerkenswert ist diese Einschätzung, weil sie trotz höherer Anleiherenditen und eines vorübergehend stärkeren US-Dollars gilt. Beides belastet Gold normalerweise.

Im optimistischen Szenario könnte der Preis sogar auf 5.872 US-Dollar steigen. Voraussetzung dafür wäre ein Umfeld mit anhaltend hoher Inflation, einer schwächeren US-Währung und einer US-Notenbank, die trotz Teuerung nicht deutlich straffer agiert.

Im negativen Szenario sieht WisdomTree den Goldpreis dagegen bei 4.600 bis 4.650 US-Dollar. Das wäre vor allem dann denkbar, wenn die Federal Reserve die Inflation mit höheren Leitzinsen erfolgreich auf 2 Prozent senkt und der US-Dollar deutlich aufwertet. Dieses Szenario gilt laut den Analysten jedoch als am wenigsten wahrscheinlich.

Warum Rücksetzer nicht automatisch Schwäche bedeuten

Interessant ist auch ein Muster, das WisdomTree in früheren Krisen beobachtet hat. Nach geopolitischen oder wirtschaftlichen Schocks kann Gold zunächst unter Druck geraten, obwohl es als sicherer Hafen gilt. Der Grund: Anleger verkaufen Gold kurzfristig, um Liquidität zu schaffen oder Verluste in anderen Anlageklassen auszugleichen.

Lässt dieser Verkaufsdruck nach, kann Gold seine Rolle als Krisenschutz wieder stärker ausspielen. Genau deshalb sind Rückgänge im Goldpreis nicht automatisch ein Zeichen für eine grundsätzliche Schwäche des Marktes.

Was das für Juweliere bedeutet

Für Juweliere ist die Entwicklung vor allem im Beratungsgespräch relevant. Kunden verfolgen den Goldpreis heute genauer, stellen mehr Fragen und reagieren sensibler auf Schwankungen. Wer Goldankauf, Altgold, Schmuckverkauf oder Anlagegold anbietet, muss die Marktbewegungen erklären können.

Für Juweliere wird Gold zum wichtigen Beratungsthema. © Freepik

Die wichtigste Botschaft der Studie lautet daher nicht, dass Gold sicher steigt. Sie lautet: Der Markt verändert sich strukturell. Wenn neue Käufergruppen dauerhaft stärker auftreten, könnte Gold auch in den kommenden Jahren auf einem hohen Preisniveau bleiben.

Für den Fachhandel bedeutet das mehr Beratungsbedarf, aber auch mehr Gesprächsanlässe. Gerade bei Goldankauf, Werterhalt und hochwertigem Schmuck bleibt der Goldpreis ein Thema, das Kunden bewegt.

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