„Second Wrist“: Warum Sie laut Nick Hayek ab jetzt zwei Uhren tragen müssen (Teil 3)

Nick Hayek, der Präsident und CEO der Swatch Group setzt mit dem Konzept „Second Wrist“ auf eine Idee, die den Alltag vieler Konsumenten bereits widerspiegelt.©BPJ/ KI generiert

Zwei Handgelenke, zwei Funktionen, zwei Ausdrucksformen: Was zunächst wie ein modischer Trend wirkt, könnte sich als nachhaltige Veränderung im Uhrentragen etablieren. Nick Hayek, der Präsident und CEO der Swatch Group setzt mit dem Konzept „Second Wrist“ auf eine Idee, die den Alltag vieler Konsumenten bereits widerspiegelt.



Smartwatches und Fitnesstracker sind für viele Menschen längst selbstverständlich geworden. Sie messen Gesundheitsdaten, organisieren den Alltag, zeigen Nachrichten an und begleiten ihre Nutzer durch den Tag. Gleichzeitig wächst aber der Wunsch nach Produkten, die nicht nur praktisch sind, sondern Persönlichkeit, Stil und Emotion ausdrücken.

Genau hier setzt Swatch mit dem Konzept „Second Wrist“ an. Das zweite Handgelenk wird zur Bühne für Farbe, Individualität und spontane Freude am Tragen.

Eine Uhr genügt nicht mehr

Lange galt in der klassischen Uhrenwelt ein ungeschriebenes Gesetz: Eine Uhr reicht. Wer eine mechanische Uhr trägt, entscheidet sich bewusst für ein Modell, einen Stil und oft auch für eine langfristige Bindung.

Doch diese Sichtweise verändert sich. Der Alltag vieler Konsumenten ist heute hybrider geworden. Auf der einen Seite steht die Smartwatch mit Funktion, Information und digitaler Vernetzung. Auf der anderen Seite steht die klassische oder modische Uhr als Ausdruck von Geschmack, Stimmung und Persönlichkeit.

Damit entsteht eine neue Logik: Die Uhr muss nicht mehr allein alles können. Sie darf eine klare Rolle übernehmen.

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Swatch Group Präsident Nick Hayek ist optimistisch. © Omega

Smartwatch für Funktion, Swatch für Emotion

Das „Second Wrist“-Konzept trennt zwei Bedürfnisse, die viele Kunden heute gleichzeitig haben. Links kann die Smartwatch für Kommunikation, Fitness, Organisation und digitale Routinen stehen. Rechts kann eine Swatch oder eine andere analoge Uhr für Design, Farbe, Leichtigkeit und persönlichen Ausdruck getragen werden.

Für Swatch ist das ein starkes Verkaufsargument. Die Marke muss nicht gegen die Smartwatch antreten, sondern kann neben ihr bestehen. Statt Entweder-oder entsteht ein Sowohl-als-auch.

Gerade darin liegt die Stärke des Gedankens. Swatch wird nicht als Ersatz für die Smartwatch positioniert, sondern als Ergänzung. Das macht die Marke für jüngere Zielgruppen besonders anschlussfähig.

Niedrigschwelliger Einstieg in die Uhrenwelt

Für junge Konsumenten kann „Second Wrist“ ein einfacher Einstieg in die Welt der Uhren sein. Eine Uhr muss nicht mehr ausschließlich als Statussymbol verstanden werden. Sie kann Teil des Outfits sein, zur Stimmung passen oder bewusst als modisches Statement getragen werden.

Damit wird die Uhr variabler, spontaner und weniger verpflichtend. Sie muss nicht für Jahrzehnte gekauft werden, sondern kann Freude machen, wechseln und überraschen.

Für den Fachhandel ist das relevant, weil sich daraus neue Gesprächsanlässe ergeben. Es geht nicht nur um die eine perfekte Uhr, sondern um unterschiedliche Uhren für unterschiedliche Momente.

Was das für den Fachhandel bedeutet

Das Konzept zeigt, dass klassische Uhren nicht gegen Smartwatches verlieren müssen. Sie müssen nur anders erklärt werden.

Wer Kunden nur mit Technikargumenten überzeugt, konkurriert schnell mit Apple Watch, Garmin und Co. Wer Uhren dagegen über Emotion, Farbe, Stil und Persönlichkeit verkauft, schafft eine andere Ebene.

Gerade für Marken wie Swatch entsteht dadurch ein klarer Vorteil. Sie besetzen nicht den Platz der Smartwatch, sondern den freien Platz daneben.

Ausblick auf Teil 4

Im nächsten Teil widmen wir uns dem Phänomen MoonSwatch und der Frage, warum die Kooperation zwischen Omega und Swatch die Dynamik der Uhrenbranche nachhaltig verändert hat.

Was ist eure Meinung?

Was ist Ihre Meinung zum „Second Wrist“-Trend – würden Sie selbst zwei Uhren gleichzeitig tragen oder sehen Sie darin eher eine kurzfristige Modeerscheinung?

Diskutiert mit uns auf LinkedIn oder schreibt uns eure Meinung an die Redaktion von BlickPUNKT·Juwelier.

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