In Pforzheim diskutierten internationale Branchenvertreter über Transparenz, Traceability und verantwortungsvolle Wertschöpfung. (Dr. Gaetano Cavalieri, CIBJO-Präsident rechts) © BVSU
Eine prominent besetzte Konferenz bringt internationale Verbände, Zertifizierungsorganisationen und Unternehmen zusammen, um über Nachhaltigkeit, Traceability und verantwortungsvolle Wertschöpfung in der Schmuck- und Uhrenindustrie zu sprechen.
Der Bundesverband Schmuck, Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V. (BVSU) hat am 8. Juli 2026 im Turmquartier Pforzheim zum zweiten Mal den Sustainable Jewellery Day veranstaltet. Vor einem bewusst limitierten internationalen Fachpublikum mit 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zeigte die Konferenz, welche Strahlkraft das Format mittlerweile auch über Deutschland hinaus entwickelt hat.
Internationale Stimmen zum Auftakt
Mit Dr. Gaetano Cavalieri, seit über 20 Jahren Präsident des Weltschmuckverbands CIBJO, eröffnete eine der international wichtigsten Stimmen der Branche den Tag. In seiner Keynote sprach er über die Bedeutung globaler Standards für das Vertrauen von Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Nachhaltige Wertschöpfung und Zusammenarbeit im Fokus
Im weiteren Verlauf des Vormittags widmete sich Iris van der Veken, Executive Director & Secretary General der Watch & Jewellery Initiative 2030, der Rolle kleiner und mittlerer Unternehmen beim Aufbau widerstandsfähiger und verantwortungsvoller Wertschöpfungsketten. In einer anschließenden Podiumsdiskussion diskutierten Dr. Cavalieri, Iris van der Veken und Gastgeber Dr. Guido Grohmann, Hauptgeschäftsführer des BVSU, wie sich globale Standards und regulatorische Anforderungen konkret in die unternehmerische Praxis übertragen lassen.
Ein weiterer Programmpunkt stand unter der Leitung von Purvi Shah, seit Februar 2026 Executive Director des Responsible Jewellery Council (RJC). Im Mittelpunkt stand die Frage, wie branchenweite Zusammenarbeit Standards und Glaubwürdigkeit gemeinsam stärken kann. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der stärkeren Einbindung kleinerer und mittlerer Unternehmen.
Transparenz in der Diamant-Wertschöpfungskette
Einen inhaltlichen Schwerpunkt des Nachmittags bildete das Panel zur Transparenz in der Diamant-Wertschöpfungskette. Daran beteiligt waren Alexander Gul von A. Gul KG aus Pforzheim, Johanna Levi vom GIA – Gemological Institute of America, Jilian Wolk und Emanuela Morando als Vertreterinnen von Tracr sowie Mahiar Borhanjoo von der De Beers Group.
Diskutiert wurden blockchainbasierte Rückverfolgung, unabhängige Herkunftsverifizierung und die Frage, wie gemeinsame Anstrengungen entlang der Wertschöpfungskette in konkreten Mehrwert für Unternehmen und Konsumenten übersetzt werden können.
Anschließend zeigte Raluca Anghel, Global Head of External Affairs and Industry Relations beim Natural Diamond Council, wie sich Nachhaltigkeit und Wirkung glaubwürdig gegenüber einer neuen Generation von Konsumentinnen und Konsumenten kommunizieren lassen.
Den fachlichen Teil des Tages beschloss Jennifer Moriconi von iTraceiT. Sie stellte digitale Rückverfolgbarkeitslösungen für Edelmetall-Lieferketten vor und zeigte anhand eines Praxisbeispiels aus Kolumbien, wie Traceability auch kleineren Marktteilnehmern zugänglich gemacht werden kann.

Austausch und Ausklang
Der Sustainable Jewellery Day 2026 klang mit einem Get-together in der Ausstellung von Deutsche Schmuck und Uhren aus. Dort nutzten Teilnehmende, Referierende und Sponsoren die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.
Unterstützt wurde der Sustainable Jewellery Day 2026 von A. Gul KG, iTraceiT, INHORGENTA Munich, VALORIMA, Ferrari Group, Tracr und Deutsche Schmuck und Uhren.














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