Watches of Switzerland zeigt: Warum Rolex & Co. stärker sind als je zuvor

Watches of Switzerland zeigt: Starke Marken, Pre-Owned und Schmuck treiben den Erfolg. ©Watches of Switzerland

Die Uhrenbranche verändert sich spürbar. Während das mittlere Segment unter Druck gerät, bleibt echter Luxus stabil. Die Zahlen der Watches of Switzerland Group zeigen klar, wohin sich die Nachfrage verschiebt: hin zu starken Marken, Certified Pre-Owned, Schmuck und vor allem in Richtung USA.



Die britische Handelsgruppe erzielte im Geschäftsjahr 2026 einen Rekordumsatz von 1,8 Milliarden Pfund (+11 %, bzw. +13 % währungsbereinigt). Der Gewinn vor Steuern stieg um 76 % auf 133 Millionen Pfund, das bereinigte EBIT auf 155 Millionen Pfund.

Die Mitte schwächelt, Luxus bleibt stark

Die Nachfrage nach hochwertigen Uhren und Schmuck ist weiterhin vorhanden, konzentriert sich aber stärker auf begehrliche Marken und überzeugende Retail-Konzepte. Während das mittlere Segment unter Preisdruck und Kaufzurückhaltung leidet, profitieren Anbieter mit starken Marken wie Rolex, hochwertigen Schmucklinien und klarer Positionierung. Die zentrale Erkenntnis: Nicht der gesamte Markt ist schwach – sondern vor allem das, was nicht klar differenziert ist.

Die USA wird zum Wachstumsmotor

Die USA sind inzwischen der wichtigste Markt der Gruppe. Dort wuchs der Umsatz um 24 % und macht mittlerweile mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes aus.

Das zeigt einen strukturellen Wandel: Ein britisches Unternehmen mit europäischer Tradition erzielt heute den Großteil seines Geschäfts in Amerika. Luxusnachfrage ist also vorhanden – sie verlagert sich dorthin, wo Kaufkraft, Markenstärke und große Retail-Formate zusammentreffen.

Im Gegensatz dazu bleibt Großbritannien schwächer. Zwar gibt es erste Erholungstendenzen, doch Konsumdruck und der Rückgang internationaler Touristenausgaben – insbesondere nach dem Ende des VAT-free Shopping – belasten weiterhin. Damit wird deutlich: Neben Nachfrage spielen auch Standortfaktoren und internationale Kaufkraft eine entscheidende Rolle.

Rolex bleibt der Anker

Rolex ist weiterhin der wichtigste Treiber für Watches of Switzerland. Die Marke steht für Nachfrage, Vertrauen und Wertstabilität und fungiert als Frequenzmotor für den gesamten Standort. Gleichzeitig zeigt sich: Der Erfolg hängt nicht nur an einer Marke. Rund um Rolex entstehen zusätzliche Geschäftsfelder, die zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Rolex ist weiterhin der wichtigste Treiber für Watches of Switzerland. © Rolex

Certified Pre-Owned wird zum Kerngeschäft

Das Pre-Owned-Segment wächst stark: Die Verkäufe stiegen um 22 %. Certified Pre-Owned entwickelt sich damit zu einem strategischen Kernbereich.

Gerade bei begrenzter Verfügbarkeit neuer Modelle wird geprüfte Gebrauchtware immer wichtiger. Sie schafft Vertrauen, nutzt Knappheit und integriert den Zweitmarkt in das autorisierte System. Rolex CPO gilt dabei bereits als eine der wichtigsten „Marken“ innerhalb der Gruppe. Für den Fachhandel bedeutet das: Pre-Owned ist längst kein Nebengeschäft mehr.

Breitling und starke Marken gewinnen an Bedeutung

Neben Rolex gewinnen auch andere klar positionierte Marken wie Breitling an Relevanz. Entscheidend ist ihre Differenzierung und Markenstärke.

Für Händler heißt das: Nicht die Breite des Sortiments zählt, sondern die Qualität der Marken. Kunden suchen Orientierung und nachvollziehbare Werte – hier kann der Fachhandel mit Kompetenz und Beratung punkten.

FC Bauer München Breitling Corner 3
Neben Rolex gewinnen auch andere klar positionierte Marken wie Breitling an Relevanz.© Breitling

Schmuck rückt stärker in den Fokus

Auch Schmuck entwickelt sich positiv. Marken wie Roberto Coin gewinnen an Bedeutung und bieten Händlern eine wichtige Ergänzung. Schmuck ist emotional, margenstark und weniger abhängig von Lieferengpässen bei Uhren. Gerade in schwächeren Marktphasen kann er ein stabilisierender Faktor sein.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist das Einkaufserlebnis. Watches of Switzerland investiert gezielt in Showrooms, digitale Lösungen und Kundenprogramme wie Xenia.

Luxus verkauft sich nicht nur über Produkte, sondern über Vertrauen, Beratung und Inszenierung. Wer nur Ware präsentiert, wird austauschbar – wer Erlebnisse schafft, bleibt relevant.

Was das für den Fachhandel bedeutet

Die Entwicklung zeigt klar: Die Mitte wird schwieriger, das obere Segment bleibt stark. Erfolgreich sind Händler, die Markenstärke, Service, Pre-Owned und Schmuck sinnvoll kombinieren.

Der stationäre Handel hat weiterhin Vorteile – insbesondere bei beratungsintensiven Produkten wie Uhren und Schmuck. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sortiment, Inszenierung und Servicequalität.

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