Gewinner des Uhrenmarkts: Rolex dominiert, Cartier wächst & AP steigt auf

Rolex Submariner, Cartier Tank und Audemars Piguet Royal Oak im Luxus-Showroom

Rolex, Cartier und Audemars Piguet führen den Schweizer Luxusuhrenmarkt an. © Blickpunkt Juwelier

Rolex bleibt im Schweizer Luxusuhrenmarkt uneinholbar. Der aktuelle Swiss-Watcher-Report von Morgan Stanley und LuxeConsult beziffert den Umsatz der Marke 2025 auf rund 11 Milliarden Schweizer Franken. Cartier folgt mit etwa 3,5 Milliarden Franken, Audemars Piguet mit rund 2,6 Milliarden. Die Zahlen zeigen vor allem eines: Der Markt konzentriert sich immer stärker auf wenige große Marken.



Rolex hat seine Vormachtstellung 2025 weiter ausgebaut: Der geschätzte Jahresumsatz überschritt erstmals die Marke von 11 Milliarden Schweizer Franken. Gleichzeitig lieferte Rolex rund 1,15 Millionen Uhren aus und damit sogar etwas weniger als im Vorjahr.

Das zeigt, wie stark die Marke inzwischen über Preis, Produktmix und Begehrlichkeit wächst und nicht ausschließlich über Stückzahlen.

CARTIER BLEIBT DIE STARKE NUMMER ZWEI

Auf Platz zwei folgt Cartier mit geschätzten 3,49 Milliarden Schweizer Franken Umsatz im Uhrengeschäft. Bemerkenswert ist, dass Cartier als Marke eines börsennotierten Luxuskonzerns zwischen den stark dominierenden unabhängigen Häusern eine Sonderstellung einnimmt. Der geschätzte Marktanteil stieg 2025 auf rund 8,7 Prozent.

Tank, Santos und weitere etablierte Linien ermöglichen Cartier eine breite Positionierung vom vergleichsweise zugänglichen Luxussegment bis hin zur Haute Horlogerie.

AUDEMARS PIGUET STEIGT AUF

Auch Audemars Piguet gehört zu den großen Gewinnern. Der Umsatz 2025 liegt bei geschätzten 2,6 Milliarden Schweizer Franken. Damit rückte AP im Ranking weiter nach vorne und profitierte von einer stark kontrollierten Distribution, hohen Durchschnittspreisen und der anhaltenden Nachfrage nach der Royal Oak.

Rund 90 Prozent der Verkäufe laufen inzwischen über eigene Monobrand-Boutiquen und AP Houses. Damit hält Audemars Piguet einen besonders direkten Zugang zu seinen Kunden.

WENIGE MARKEN KONTROLLIEREN IMMER MEHR MARKT

Noch spannender als die Einzelzahlen ist die zunehmende Konzentration. Die vier größten privaten Schweizer Uhrenmarken Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet und Richard Mille kommen inzwischen gemeinsam auf rund 49 Prozent Marktanteil. 2019 waren es noch etwa 37 Prozent.

Auch andere Kombinationen zeigen diese Konzentration: Rolex, Cartier, Patek Philippe und Omega stehen zusammen für rund 55 Prozent des Schweizer Uhrenmarktes. Für Hunderte weitere Schweizer Marken bleibt damit ein zunehmend kleinerer Teil des Marktes.

WAS BEDEUTET DAS FÜR DEN FACHHANDEL?

Für Juweliere ist die Entwicklung ambivalent. Einerseits sorgen starke Marken für Frequenz, Begehrlichkeit und hohe Umsätze. Andererseits nimmt die Abhängigkeit von wenigen dominierenden Häusern weiter zu.

Hinzu kommt, dass erfolgreiche Marken ihre Distribution zunehmend selbst kontrollieren. Eigene Boutiquen, Monobrand-Konzepte und direkter Kundenzugang verringern den Spielraum unabhängiger Multibrand-Händler. Gerade der Erfolg von Audemars Piguet zeigt, wie weit diese Entwicklung gehen kann: Je stärker eine Marke ihren Vertrieb selbst organisiert, desto weniger Wertschöpfung bleibt automatisch beim klassischen Fachhandel.

MARKE SCHLÄGT BREITE

Größe im Sortiment allein ist kein Erfolgsmodell mehr. Viele kleinere und mittlere Marken verloren 2025 Umsatz, während wenige starke Namen weiter Marktanteile gewannen. Laut Report waren Positionierung, Distribution, Preisgestaltung und Markenbegehrlichkeit entscheidender als reine Präsenz oder Produktionsvolumen.

Für Juweliere bedeutet das: Ein breites Markenportfolio reicht immer weniger aus. Entscheidend wird, welche Marken tatsächlich Frequenz bringen und wie stark sich der Händler selbst als Marke positioniert.

Der Schweizer Uhrenmarkt wird damit immer stärker zu einem Markt der Gewinner: Rolex bleibt weit voraus, Cartier baut seine Sonderstellung aus und Audemars Piguet zeigt, wie erfolgreich kontrollierte Distribution funktionieren kann. Für den Fachhandel steigt gleichzeitig der Druck, den eigenen Mehrwert gegenüber den Marken klarer zu definieren.

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