Auktionshaus Eppli startet erfolgreich neues Format „ohne Limit“

Bekannte Adresse: Das Auktionshaus Eppli in Stuttgart, Bärenstraße, zwischen Marktplatz und Markthalle.

Bekannte Adresse: Das Auktionshaus Eppli in Stuttgart, Bärenstraße, zwischen Marktplatz und Markthalle.

Blickpunkt Juwelier sprach mit Ferdinand Benedikt Eppli, Mitglied der Geschäftsleitung des Auktionshauses Eppli in Stuttgart, über das neue Auktionsformat „ohne Limit“.


Denn jetzt am Samstag (17. April 2021) startet ab 11 Uhr wieder eine  „Ohne Limit Auktion” für Schmuck, Uhren und Edelsteine. Dies ist eine besondere Gelegenheit für Juweliere und Goldschmiede Vintage-Schmuck und -Uhren in Konvoluten zu ersteigern.


BLICKPUNKT JUWELIER: Wie sind Sie auf das neue Auktionsformat „ohne Limit“ gekommen?

FERDINAND BENEDIKT EPPLI: Wir sind auf dem „Vintage“-Markt seit über 40 Jahren aktiv. Aktuell entwickelt sich diese Nische zum Trend, an dem auch klassische Juweliere und Goldschmiede partizipieren möchten. Aufgrund dieser Entwicklung wurde die Idee geboren, dass wir der „Großhändler“ sein könnten, der den „Vintage-Juwelier“ mit Ware versorgt.

BJ: Wie lange haben Sie an diesem neuen Konzept gearbeitet?

EPPLI: Schon seit mehreren Jahren haben wir mit dem Gedanken gespielt und erste Versuche unternommen. Zunächst haben wir die Rubrik „Händlerkonvolute“ in unsere reguläre Auktion aufgenommen. Der nächste logische Schritt war, daraus ein eigenes Auktionsformat zu machen. Beobachtet man den Markt hinsichtlich der Chancen des Juweliers so fällt auf, dass die längst totgeglaubte eigene Goldschmiedewerkstatt eine Renaissance erlebt. Durch diese kann der Juwelier selbst zur Marke werden. Die Verarbeitung von Altgold sowie die Auf- und Umarbeitung von Schmuck aus zweiter Hand sind nicht nur sehr lukrativ, sondern auch imageträchtig. Gerade die jüngere Generation erwartet Antworten auf Fragen nach Nachhaltigkeit, Recycling, Wiederverwendung und Reparatur. Wer könnte diese authentischer beantworten als der Juwelier oder Goldschmied?

BJ: Wie kommen Sie an die Ware, die Sie in diesem speziellen Format anbieten? Unter welchen Gesichtspunkten werden die Konvolute zusammengestellt?

EPPLI: Wir betreiben direkt am Stuttgarter Marktplatz das größte Expertenzentrum Deutschlands. Hier werden täglich hunderte Schmuckstücke von unseren Experten geschätzt, angekauft, zur Auktion eingeliefert oder gegen einen Pfandkredit hinterlegt. Unsere Kunden sind Privatpersonen, Erbengemeinschaften, Stiftungen, Behörden und Rechtsanwälte. Auch eine stetig wachsende Anzahl von Juwelieren liefert Stücke im Auftrag ihrer Kunden oder Ware aus dem Ankauf ein. Auch die Verwertung von alten Lagerbeständen oder die Auflösung des gesamten Warenbestands bei Geschäftsaufgabe gehören zu unseren Dienstleistungen.

Unter der Vielzahl von Schmuckstücken gibt es viele, die wir nicht einzeln in einer Auktion aufrufen können, da es sich aus Kostengründen nicht lohnt. Aber es gibt auch Aufträge von Erbengemeinschaften oder Behörden, bei denen es darum geht, einen Fall abzuschließen und die Ware unabhängig vom Preis zu verkaufen. Genau das bedeutet „ohne Limit“: Zu jedem annehmbaren Gebot zu verkaufen. Bei der Zusammenstellung der Konvolute versuchen wir diese so nachvollziehbar wie möglich zu beschreiben, damit der Bieter sein Mindestgebot ausrechnen kann. In der Regel besteht ein Konvolut aus derselben Legierung, also ausschließlich aus 14 oder 18 Karat Gold.

Ferdinand Benedikt Eppli.

BJ: Können Käufer hier ein Schnäppchen machen und wenn ja, warum?

EPPLI: Juweliere und Goldschmiede können echte Schnäppchen machen, da wir jedes Gebot akzeptieren, das über dem Goldankaufspreis liegt. Viele Stücke sind mit Diamanten und Farbsteinen aufgefasst, die man praktisch „umsonst“ bekommt. Durch die Aufarbeitung oder Umarbeitung der Stücke lassen sich hohe Margen erzielen.

BJ: Welche speziellen „Bedürfnisse“ haben Goldschmiede, Uhrmacher und Wiederverkäufer bei Auktionen im Gegensatz zu Endkunden? Was muss geboten werden, damit ein solches Auktionsformat erfolgreich ist?

EPPLI: Für einen Wiederverkäufer stehen Qualität, Verlässlichkeit (realistische Beschreibung der Objekte) sowie der Einkaufspreis, der wirklich günstig sein sollte im Vordergrund. Bei Endkunden hingegen geht es in erster Linie um den persönlichen Geschmack.

BJ: Wie erfolgreich war die erste „ohne Limit“ Auktion in diesem Format – wurde alles verkauft?

EPPLI: Die erste Auktion war überraschend erfolgreich. Wir konnten ca. 99 % der Objekte zuschlagen und einen Gesamtumsatz von über 120.000 € erzielen. Mit den Zuschlagspreisen haben wir die Erwartungen unserer Einlieferer teilweise bei weitem übertroffen. Dies zeigt, wie hoch der Bedarf ist und ermutigt uns weiter zu machen.

BJ: Sind weitere Auktionen in diesem Format geplant?

EPPLI: Wir planen das Format dauerhaft zu installieren. Jeden 3. Samstag des Monats gibt es eine „ohne Limit“-Auktion bei Eppli.

Bei Ferdinand B. Eppli werden täglich hunderte Schmuckstücke von Experten geschätzt und angekauft.
Bei Ferdinand B. Eppli werden täglich hunderte Schmuckstücke von Experten geschätzt und angekauft.
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