Black Friday: Auch Juweliere profitieren

Der „Black Friday“ ist nicht nur online ein großer Umsatzerfolg. Auch der stationäre Fachhandel profitiert jedes Jahr mehr von dem Event – auch an den Folgetagen. Bleibt die Frage: Wie lange kann das mit der „Rabattitis“ noch so weitergehen?


In der insgesamt schwierigen Marktlage waren der „Black Friday“ und die darauffolgende „Cyber Week“ im vergangenen Jahr ein echter Lichtblick für den stationären Handel – auch für den Juwelier.

Doch dann kam der „Black Friday“ – und damit der Spitzenwert. Dies belegen eindeutig die aktuellen Zahlen vom Vorteilsclub der Juweliere, dem immerhin hundert Juweliere angeschlossen sind. Laut Statistik lag der Anteil am Gesamtumsatz aller im Zeitraum 13. November bis 2. Dezember 2017 am „Black Friday“ (24. November) verkauften Uhren bei über 10 % – und damit höher als an den drei Tagen – Montag, Dienstag und Mittwoch – vor dem Rabatttag. In Summe! Die Stückzahl verkaufter Uhren war außerdem höher als an den verkaufsstärksten Samstagen. Auch in der darauffolgenden Woche, der sogenannten „Cyber Week“, sind sowohl die Stückzahlen als auch der Umsatz insgesamt höher als in den Tagen und Wochen vor dem „Black Friday“. Der Rabatt-Event hat also eindeutig den Fachhandel erreicht und der Juwelier profitiert nicht unerheblich davon.

Dennoch muss die Frage im Hinblick auf die Zukunft und das Überleben des Einzelhandels lauten: Leistet die Rabattschlacht auf lange Sicht nicht vielleicht einer Verramschung in der Schmuck- und Uhrenbranche Vorschub? Zwar sorgen Tage wie der „Black Friday“ dafür, dass der Fachhändler kurzfristig viel Ware verkaufen kann, aber treibt er seine Kunden durch den Rabatttag nicht langfristig gesehen in die Arme von Amazon & Co.? Siegt nicht zuletzt die „Geiz ist geil“-Mentalität der Konsumenten? Im Netz ist nicht nur alles rund um die Uhr zu bestellen. Viele Produkte sind online einfach auch um ein Vielfaches günstiger – aber für den Händler vor Ort in der Regel alles andere als Peanuts. Hinzu kommt, dass der „Black Friday“ und der „Cyber Monday“ bei weitem nicht die einzigen Gelegenheiten sind, an denen Sparfüchse fette Beute machen wollen. Der Einzelhandel leidet an chronischer „Rabattitis“, und Sale-Schilder gehören auf den Einkaufsmeilen zum Alltag.

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