De Beers: Rohdiamantenproduktion sinkt um 11 Prozent

Rohdiamanten auf einem Förderband vor einer Diamantmine mit Aufbereitungsanlage und Muldenkipper im Hintergrund

Rohdiamanten auf einem Förderband vor einer Diamantmine mit Aufbereitungsanlage und Muldenkipper im Hintergrund © KI-generiert

Weniger Förderung, mehr Absatz, niedrigere Preise: De Beers meldet für das dritte Quartal 6,8 Millionen Karat. Wartung in Botswana und die Venetia-Pause drücken die Zahlen, die Jahresprognose steigt trotzdem.



Die Rohdiamantenproduktion von De Beers ist im dritten Quartal 2026 spürbar zurückgegangen. Laut dem am 20. Oktober veröffentlichten Produktionsbericht förderte der Konzern 6,807 Millionen Karat. Das sind 11 Prozent weniger als im Vorjahresquartal und 13 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2026.

Der Rückgang geht vor allem auf geplante Maßnahmen zurück: Wartungsarbeiten in Botswana und das Herunterfahren der südafrikanischen Mine Venetia. Die Prognose für das Gesamtjahr hebt De Beers dennoch an, vor allem wegen der vollständigen Übernahme der Mine Gahcho Kué.

WARTUNG IN BOTSWANA, PAUSE IN SÜDAFRIKA

Den größten Anteil am Minus hat Botswana: Dort sank die Produktion um 20 Prozent auf 4,83 Millionen Karat, weil die Aufbereitungsanlage in Orapa planmäßig gewartet wurde. In Orapa selbst lag das Minus bei 36 Prozent, in Jwaneng nur bei 5 Prozent. Über die ersten neun Monate liegt Botswana mit 15,13 Millionen Karat dennoch 14 Prozent über dem Vorjahr.

In Südafrika fiel die Förderung um 37 Prozent auf 0,418 Millionen Karat. Die Mine Venetia fährt Förderung und Aufbereitung vor einer geplanten, zweijährigen Produktionspause herunter. Für 2026 sind dort keine weiteren Karat mehr vorgesehen. Namibia blieb mit 0,495 Millionen Karat (plus 8 Prozent) nahezu stabil.

Gegen den Trend lief Kanada: Mit 1,064 Millionen Karat hat sich die Produktion dort mehr als verdoppelt (plus 108 Prozent), weil in Gahcho Kué höhergradiges Erz verarbeitet wurde. Seit dem 16. Oktober hält De Beers außerdem 100 Prozent an dieser Mine, nachdem Sicherheiten auf die 49-prozentige Beteiligung von Mountain Province Diamonds durchgesetzt wurden. Ab dem Bericht für das vierte Quartal weist der Konzern Produktion und Verkäufe daher zu 100 statt bisher 51 Prozent aus. An der weltweiten Angebotsmenge ändert das nichts, die ausgewiesene Produktion von De Beers steigt dadurch aber rechnerisch.

MEHR ABSATZ, ABER DEUTLICH NIEDRIGERE PREISE

Beim Absatz zeigt sich ein anderes Bild als bei der Förderung: In zwei Sights verkaufte De Beers im dritten Quartal 9,77 Millionen Karat, 71 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der konsolidierte Rohdiamantenumsatz stieg von 700 auf 731 Millionen US-Dollar, ein Plus von 4 Prozent.

Die Preise sind dagegen weiter deutlich gesunken. Der durchschnittliche Erlös pro Karat lag im dritten Quartal bei 84 US-Dollar nach 154 US-Dollar im Vorjahresquartal, das ist ein Minus von 45 Prozent. Über die ersten neun Monate liegt der Durchschnitt bei 97 US-Dollar pro Karat, 37 Prozent weniger als im Vorjahr. Der durchschnittliche Rohpreisindex fiel in diesem Zeitraum um 18 Prozent. Laut Branchenberichten sieht De Beers im Rohdiamantenhandel zugleich erste Anzeichen von Stabilität.

WAS DAS FÜR DEN HANDEL HEISST

Für Juweliere sind Quartalszahlen eines Minenkonzerns kein Tagesgeschäft, sie zeigen aber die Lage am Rohstoffmarkt: Die Förderung wird bewusst zurückgefahren, die Preise für Rohdiamanten liegen deutlich unter dem Vorjahr. Ob und wann sich das im Einkauf und bei den Endkundenpreisen bemerkbar macht, lässt sich aus diesen Zahlen nicht ablesen. Wer Naturdiamanten führt, sollte im Verkaufsgespräch weiter auf Herkunft und Seltenheit setzen.

Für das vierte Quartal kündigt De Beers an, dass die planmäßige Wartung in Jwaneng die Produktion voraussichtlich deutlich unter das Niveau des dritten Quartals drücken wird. Die Gesamtjahresprognose liegt nun bei 25 bis 28 Millionen Karat, zuvor waren es 21 bis 26 Millionen.

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