Diamant – Natur oder Labor? Die Auseinandersetzung, die Juweliere auf die Probe stellt.

Labordiamanten Naturdiamanten

Naturdiamant vs. Labordiamant – wohin geht die Reise?

Neue Chance für die Branche oder im Zweifel fatal? Wie zu kaum einem anderen Thema überschlagen sich derzeit intern die Wogen zu einem Thema: dem Diamanten. Warum aber bekommt der König der Edelsteine derzeit so große Aufmerksamkeit? Weil es um die Frage geht woher er kommen darf und soll – und ob die neue Art der Diamanten eine zu ergreifende Chance für die Schmuckindustrie sind oder ob es im Zweifelsfall die gesamte Branche zerstören kann.



Kaum ein Thema wird derzeit in der Branche so kontrovers diskutiert, wie der Diamant. Natur oder Labor ist die Frage. Wobei: ODER gilt hier eigentlich nicht, denn die meisten sehen sehr wohl, dass es zu einer Koexistenz der beiden Varianten kommen wird, ja schon gekommen ist. Die Gretchenfrage, die sich der Juwelier stellen muss: Wie werde ICH entscheiden? Beides anbieten? Oder nur eines? Warum sorgt dieses Thema für solch impulsive Diskussionen? Und was hat die Gen Z damit zu tun? 

Die Einführung der Labordiamanten bewegt, wie kaum ein anderes Thema in den letzten Jahren. Die Auseinandersetzung erinnert an die Einführung der Swatch. Schließlich brachte die teils belächelte Uhr viele Menschen erst wieder zum Tragen einer Armbanduhr. Später entstand daraus ein Boom der mechanischen Uhren – die es vorher schon gab – aber angefeuert wurde dieses Thema durch die Plastikuhr mit „Swiss Made”-Background.

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Naturgewachsen oder Laborgezüchtet?

So kontrovers die Diskussion auch ist, sachlich gesehen unterscheiden sich Natur- und Labordiamanten kaum voneinander. Beides sind Diamanten – von ihrer chemischen Zusammensetzung her. Beide haben die gleichen Eigenschaften. Einzig, dass der eine in Jahrmillionen im Erdinneren gewachsen ist und der andere in wenigen Tagen und Wochen im Labor großgezogen wurde. Für diese Herstellung gibt es im Allgemeinen zwei Verfahren: das CVD-Verfahren (Chemical Vapor Deposition) und das HPHT-Verfahren (High Pressure High Temperature).

Neues Phänomen?

Die Branche spricht von einem „neuen“ Thema … wobei: Der Labordiamant ist keineswegs eine Entdeckung der jüngsten Zeit. In der Industrie werden im Labor gezüchtete Diamanten bereits seit Jahrzehnten verwendet. Neu ist allerdings, dass sich die Verfahren in der Herstellung der Lab Grown Diamonds insoweit verbessert haben, dass nun eine größere Produktion dieser Steine in solchen Qualitäten ermöglicht wurde, wie sie im Schmuckbereich sein müssen, um mit dem natürlichen Diamanten mithalten zu können. 

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Wer ist der Kunde?

Natur oder Labor – hin oder her … Faktum ist, es gibt beides.  Hier muss sich wohl jeder selbst die Frage stellen: Wie will ich mich positionieren und was will mein Kunde? Und wer ist er, der Kunde von morgen? (Stichwort: Gen Z). Dass der wichtigste Punkt hier eine kompetente, zweifelsfreie und ehrliche Kommunikation ist, sollte klar sein. Und dann muss der Handel sich stellen – Entweder/Oder oder Sowohl/Als auch?  

Warum die GEN Z so wichtig ist

Wer ist die Gen Z?

Unter Gen Z oder Generation Z versteht man all jene, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden – wobei diese Jahreszahlen variieren. Grundsätzlich sind es die heutigen Mittzwanziger, die in dieser Generation für den Handel interessant sind. Und damit genau jene Generation, die heute mit ihren Forderungen nach Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und einem grünen Fußabdruck für viel Gesprächsstoff sorgt.

Was will die Gen Z?

Für die Gen Z stehen die Themen Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit im Fokus ihres Denkens. Das lässt sie sich laut PWC-Studie „Gen Z is Talking. Are you Listening?“ auch etwas kosten: So sind 52 Prozent der dort Befragten bereit, beispielsweise für Bio-Lebensmittel mehr zu zahlen. Die Gen Z strebt danach, dass es gerecht in der Welt zugeht und alle Menschen die Möglichkeit zur
individuellen Entwicklung haben.

Warum ist die Gen Z für den Handel wichtig?

Die Gen Z ist die kaufkräftige Konsumentengruppe von morgen. Denn wenn die Mittzwanziger mit ihrer Ausbildung fertig sind, sind sie es, die in den Chefetagen der Unternehmen das Sagen haben werden. Und damit auch die finanziellen Möglichkeiten, ihren Werten und Fokus-Themen Taten folgen zu lassen. Für den Handel heißt das: Die Gen Z sind die Kunden von morgen und ihre Themen deshalb für niemanden außer Acht zu lassen, der eine Zukunft haben möchte und neue Zielgruppen in sein Geschäft bringen will.

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