Messe als Barometer für die DiamondGroup

Einigkeit unter den beiden Chefs der DiamondGroup. Die Inhorgenta ist der beste Barometer des Jahres. Welches Produkt wird laufen? Wie wird sich die Orderstimmung verhalten? Spätestens zu Beginn des zweiten Messetages wissen Anke Schmidt und Frank Heringer Bescheid.


BLICKPUNKT JUWELIER: Herr Heringer, Sie nannten die Inhorgenta mal Ihr Barometer für das laufende Jahr. War das auch 2019 so?

Frank Heringer: Absolut. Unser Messeergebnis 2019 war besser als im Vorjahr, so kam es dann auch im Kalenderjahr. Modern Women war bei der letzten Inhorgenta Munich stark nachgefragt und blieb es auch. Sowohl die Orderstimmung fürs gesamte Jahr, als auch Produkttrends können wir auf der Inhorgenta definieren.

BJ: Wie steht es insgesamt um das Diamant-Segment im Fachhandel?

Anke Schmidt: Der Diamant ist nach wie vor extrem gefragt. Es braucht allerdings die Innovation dazu. Unsere Aufgabe ist es deswegen herauszufinden, was der Markt sucht. Unsere Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung macht nichts anderes als Marktentwicklungen zu analysieren und Trends zu setzen.

BJ: Welche Entwicklungen gibt es bei modernem Diamantschmuck?

Schmidt: Dies fängt bei der Suche nach neuen Legierungen zur Qualitätsverbesserung an und geht bis in die Produktentwicklung, beispielsweise unserer Stretch-Kollektion, die wir zu 100% entwickelt haben und auch fertigen.

BJ: Wie ist die Resonanz im Handel auf Ihre Stretch-Kollektion?

Schmidt: Diese Kollektion ist der große Erfolg des Jahres 2019. Unsere Designer haben die dehnbaren Flex-Armbänder und Ringe in 12 Monaten entworfen. Mittlerweile arbeiten 40 Leute in der Produktion nur für diese Kollektion und wir werden diese Anzahl im laufenden Jahr verdoppeln. Auch da hat uns die Inhorgenta als Barometer geholfen. Die Messe hat uns gezeigt, was kommt und was wir größer machen sollten. In unserem kommenden Katalog wird die Stretch-Kollektion von zwei auf 22 Seiten erweitert sein.

BJ: Wann im Verlauf der Messe können Sie sicher sein, einen Trend gefunden zu haben?

Heringer: Bereits am zweiten Messetag können wir sicher beraten, was groß wird. Interessanterweise gibt es eben keine großen Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Ländern. Eine Lade funktioniert oder sie funktioniert eben nicht so gut, egal ob sie ein Juwelier aus München, London oder Madrid gesehen hat.

BJ: Was ist mit italienischen Juwelieren?

Heringer: Die Geschmäcker beim Diamantschmuck sind in ganz Mitteleuropa relativ gleich. Auch italienische Juweliere sind nicht sehr viel anders. Klassik mit Pfiff kommt auch in Italien sehr gut an. Um auf die Frage der Trends zurückzukommen. Wie die Branche im Gesamten tickt, wissen wir natürlich nicht erst am zweiten Messetag. Wichtig ist und bleibt das P.O.S.-Material für den Juwelier. Wir legen hier einen großen Schwerpunkt und werden auch wieder neue Displays in höchster Qualität vorstellen, eben weil wir wissen, dass es hier Bedarf im Handel gibt. Denn der Konsument entscheidet in der ersten Sekunde. Welches Schaufenster kommt an? Findet er sofort die Produkte die er sucht? Unsere Aufgabe ist es, vom Markt zu lernen und Lösungen für ein aufgeräumtes Schaufenster zu liefern. 

BJ: Welche Produkttrends werden Sie auf der Inhorgenta forcieren?

Schmidt: Es gibt zwei Schwerpunkte. Selbstverständlich die Stretch-Kollektion mit zahlreichen Ergänzungen sowie die Modern Woman-Serie, die wir stark ausgebaut haben. Es geht um den Preisbereich zwischen 299 und 1.399 Euro VK. Hier haben uns die Händler gesagt, dass etwas fehlt. Wir werden liefern.

BJ: Wie  international ist Ihr Messe-Kunde auf der Inhorgenta?

Heringer: Ich spreche auf der Messe zu einem Drittel englisch. Ich hätte nie gedacht, dass die Inhorgenta solch eine tolle Entwicklung haben wird. Skandinavien ist stark, Benelux und Osteuropa mit Tschechien, Polen und natürlich Russland.

BJ:  Dass die DiamondGroup bei all ihren Werten auf dem Messestand nichts davon hält, die Messe für Verbraucher zu öffnen, ist klar. Was sagen Sie den Befürwortern?

Heringer: Unser Wunsch ist es, dass noch nicht mal über dieses Thema nachgedacht wird. Wir sind B2B und wollen daran nichts ändern. Wie soll das in der Praxis funktionieren? Sollen unsere Messemitarbeiter zuerst fragen, ob der Mensch vor ihm ein Verbraucher oder ein Händler ist – um Verbraucher dann wegzuschicken? Es gibt Messen, bei denen Paraiba-Turmaline an Verbraucher verkauft werden. Sorry, aber dies ist nun wirklich Sache der Juweliere und Goldschmiede.

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