Die familiengeführte Damiani Group erweitert ihr Portfolio mit der Übernahme von Baume & Mercier und stärkt damit ihre Position im internationalen Uhren- und Schmuckhandel. (Bild: Giorgio, Silvia und Guido Grassi Damiani) © Damiani Group/ Baume & Mercier
Mit dem Verkauf von Baume & Mercier an die italienische Damiani Group macht Richemont eine Portfoliobereinigung. Der Schritt wirft Fragen zur künftigen Positionierung, zum Vertrieb und zur Rolle klassischer Uhrenmarken im Luxuskonzerngefüge auf.
Abschied einer Konzernmarke
Richemont veräußert Baume & Mercier im Rahmen einer privaten Transaktion an die familiengeführte Damiani Group. Finanzielle Details bleiben vertraulich, der Abschluss wird für den Sommer 2026 erwartet. Für eine Übergangsphase von mindestens zwölf Monaten wird Richemont operative Dienstleistungen erbringen, um Kontinuität in Prozessen und Belieferung sicherzustellen. Auffallend: Richemont fokussiert sich zunehmend auf margenstarke Kernmarken, während Volumenmarken im mittleren Preissegment an Bedeutung verlieren. Baume & Mercier galt intern seit Jahren als wirtschaftlich solide, strategisch jedoch entbehrlich.
Damiani setzt auf Uhr und Handel
Für Damiani bedeutet die Übernahme einen gezielten Ausbau des eigenen Portfolios. Die Gruppe ist bislang vor allem für Schmuckmarken wie Damiani, Salvini oder Bliss bekannt und betreibt mit Rocca einen bedeutenden Multimarken-Händler für Uhren und Schmuck in Italien. Mit Baume & Mercier ergänzt Damiani sein Angebot um eine etablierte Schweizer Uhrenmarke mit über 200-jähriger Geschichte und starker Großhandelsorientierung. Nach Unternehmensangaben soll Baume & Mercier künftig von Damianis Präsenz in Italien und dem internationalen Vertriebsnetz profitieren. Perspektivisch sind neben dem Multimarkenvertrieb auch ausgewählte Monobrand-Boutiquen vorgesehen.
Baume & Mercier wechselt nach Jahrzehnten im Richemont-Konzern in neue Eigentümerstrukturen und soll künftig vom Vertriebsnetz der Damiani Group profitieren. © Richemont/ Baume & Mercier
Was sich für den Fachhandel ändern könnte
Baume & Mercier veröffentlicht keine eigenen Umsatzzahlen, Branchenkreise schätzen den Jahresumsatz auf rund 92 bis 138 Millionen Euro. Für autorisierte Fachhändler dürfte sich kurzfristig wenig ändern, mittelfristig jedoch könnte die neue Eigentümerstruktur Auswirkungen auf Sortimentspolitik, Marketingunterstützung und Vertriebsstrategie haben.
Der Deal zeigt exemplarisch, wie sich große Luxuskonzerne zunehmend von klassischen Volumenmarken trennen, während familiengeführte Gruppen gezielt Chancen im Mehrmarkenhandel nutzen. Für Juweliere unterstreicht dies die Bedeutung einer klaren Markenpositionierung und stabiler Partnerstrukturen in einem sich weiter konsolidierenden Markt.
Markenprofil
Baume & Mercier
Baume & Mercier Baume & Mercier vereint beinahe 200 Jahre uhrmacherische Expertise mit zeitloser Eleganz und innovativer Technologie. Die Kollektionen, darunter die RIVIERA, geprägt von ihrer einzigartigen zwölfeckigen Lünette und...
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