Rolex-CEO Dufour macht Ausbildung zur Chefsache

Rolex-CEO Jean-Frédéric Dufour macht Ausbildung damit nicht zum Nebenthema, sondern zur strategischen Aufgabe.© Dubai Watch Week

Rolex setzt im Kampf gegen den Fachkräftemangel konsequent auf eigene Ausbildung. Im Genfer Ausbildungszentrum feierte die Marke den Lehrabschluss von 89 jungen Berufsleuten. Gleichzeitig zeigt der Blick in die Branche: Ohne eigene Nachwuchsarbeit wird die Zukunft der Schweizer Uhrenindustrie schwer zu sichern sein.



Der Bedarf ist groß. Allein für das nordamerikanische Händler- und Servicenetzwerk müssten laut Rolex jedes Jahr 30 bis 40 neue Fachkräfte auf den Markt kommen. Die Logik ist dabei dieselbe wie in Genf: Wenn qualifizierte Fachleute am Arbeitsmarkt fehlen, bildet man sie selbst aus.

Rolex macht Ausbildung damit nicht zum Nebenthema, sondern zur strategischen Aufgabe. Gerade in einer Branche, in der Qualität, Präzision und Handwerk über Jahrzehnte aufgebaut werden, ist Nachwuchs kein Selbstläufer. Er muss gefunden, gefördert und über Jahre geschult werden.

HANDWERK BRAUCHT WIEDERHOLUNG

Wie anspruchsvoll diese Ausbildung ist, zeigt das Beispiel der Polisseure. Es klingt zunächst einfach, eine matte Messingfläche zum Glänzen zu bringen. In der Praxis ist es eine hochpräzise Tätigkeit.

Bei zu wenig Druck passiert kaum etwas. Bei zu viel Druck wird die Fläche ungleichmäßig, Kanten verlieren ihre Schärfe. Was später an einer Rolex selbstverständlich glänzt, etwa Gehäuse, Bandglieder oder Schließen, ist Ergebnis von Übung, Gefühl und ständiger Wiederholung.

Polieren lässt sich erklären. Aber es lässt sich nicht allein durch Erklären lernen. Man muss ein Gefühl entwickeln. Und dieses Gefühl entsteht nur durch Wiederholung, Fehler und Korrektur.

LEHRABSCHLUSS MIT SYMBOLKRAFT

Dass Rolex diesem Thema große Bedeutung beimisst, zeigte sich auch beim Festakt im Hauptsitz der Marke. Dort wurde der Lehrabschluss von 89 jungen Frauen und Männern gefeiert. Anwesend waren Angehörige, Ausbildungsverantwortliche, Rolex-CEO Jean-Frédéric Dufour, die Genfer Regierungspräsidentin Anne Hiltpold sowie Bundespräsident Guy Parmelin.

Parmelin legte den jungen Berufsleuten einen weißen Rolex-Schal um den Hals, fast wie eine Medaille. Dufour überreichte die Diplome persönlich. Die Botschaft war klar: Ausbildung ist bei Rolex Chefsache.

In seiner Ansprache machte Dufour deutlich, dass Rolex seine weltweite Position nur halten könne, wenn die richtigen Produkte entwickelt, Innovation vorangetrieben und Qualität gesichert würden. Vor allem aber brauche es Menschen, die all das möglich machen.

ROLEX WILL AUF MINDESTENS 500 LERNENDE WACHSEN

Laut Arbeitgeberverband der Schweizer Uhren- und Mikrotechnikindustrie beschäftigte die Branche Ende September 1.685 Lehrlinge. Rolex bildet aktuell 446 junge Menschen in 26 Berufen aus. Bis 2030 soll diese Zahl auf mindestens 500 steigen.

Damit gehört Rolex zu den wichtigsten Ausbildungsträgern der Schweizer Uhrenindustrie. Die Marke investiert nicht nur in Produkte, Vertrieb und Markenauftritt, sondern gezielt in die Fachkräfte, die diese Qualität auch künftig herstellen und sichern sollen.

SWATCH GROUP, RICHEMONT UND CHOPARD ZIEHEN MIT

Auch andere große Player setzen stark auf Ausbildung. Die Swatch Group bildet in 32 Konzerntöchtern jährlich mehr als 500 Lernende in über 50 Berufen aus. Damit spielt der Konzern eine zentrale Rolle in der dualen Ausbildung der Schweizer Uhrenbranche.

Richemont, zu dem Marken wie Cartier, Vacheron Constantin und IWC gehören, kommt auf knapp 200 Auszubildende in 20 Berufen. Auch hier zeigt die Tendenz nach oben. Cartier allein steigerte die Zahl der Lernenden von 27 im Jahr 2023 auf 49 im Jahr 2025.

Bei Chopard ist der Nachwuchs ebenfalls ein wichtiges Thema. Der Genfer Uhren- und Schmuckhersteller hat Jahr für Jahr rund 40 Lehrlinge im Haus. Co-Präsident Karl-Friedrich Scheufele betonte zuletzt, künftig noch stärker in die Ausbildung verschiedener Handwerksberufe investieren zu wollen.

Patek Philippe verfolgt wiederum einen besonders selektiven Ansatz. Die Marke konzentriert sich vor allem auf eigene Institute für After-Sales-Uhrmacher in Genf, New York, Shanghai und Singapur. Dort wird mit kleinen Jahrgängen und interner Weiterbildung gearbeitet.

FACHKRÄFTE WERDEN ZUM STRATEGISCHEN FAKTOR

Die Zahlen zeigen: Ausbildung ist längst kein Randthema mehr. Sie wird zum strategischen Faktor für die Zukunft der Uhrenindustrie.

Der Fachkräftemangel betrifft nicht nur Uhrmacher. Auch Polisseure, Mikrotechniker, Fachkräfte für After-Sales, Produktion, Service und zahlreiche spezialisierte Handwerksberufe werden dringend gebraucht.

Gerade bei Luxusuhren entscheidet nicht allein die Marke über Qualität. Entscheidend sind die Menschen, die jedes Gehäuse, jedes Band, jede Schließe und jedes Werk bearbeiten, prüfen und perfektionieren.

WAS DER FACHHANDEL DARAUS LERNEN KANN

Für den Fachhandel ist diese Entwicklung ebenfalls relevant. Denn Service, Reparatur, Beratung und Fachwissen werden immer stärker zu Differenzierungsmerkmalen. Wer heute hochwertige Uhren verkauft, braucht auch morgen Menschen, die sie erklären, betreuen und warten können.

Rolex zeigt mit seinem Ausbildungssystem, wie ernst die Marke diese Aufgabe nimmt. Dufour macht deutlich: Die Zukunft der Marke hängt nicht nur von ikonischen Produkten, starken Preisen und weltweiter Nachfrage ab.

Sie hängt von Fachkräften ab.

Und genau deshalb wird Ausbildung zur Chefsache.

GESCHÜTZTER BRANCHENINSIDER-BEREICH

Als Brancheninsider lesen Sie weiter!
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos, um alle Inhalte, tägliche Branchen-News und Insider-Infos als erstes zu erhalten.

Sie sind bereits ein Branchen-Insider? Hier anmelden

Noch kein Branchen-Insider? Jetzt registrieren!

Registrierung

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos,
besondere Inhalte – nur für besondere Insider!
IHRE VORTEILE
als BRANCHEN-INSIDER

Sichern Sie sich jetzt Ihre
Branchen-Poleposition!

Ihre Vorteile
als Branchen-Insider

Sichern Sie sich jetzt Ihre
Branchen-Poleposition!

Ohne Registrierung

für Besucher

Jetzt kostenlos registrieren und sofort den Artikel kostenfrei lesen!

Als Brancheninsider lesen Sie weiter!
Registrieren Sie sich jetzt kostenlos, um alle Inhalte, tägliche Branchen-News und Insider-Infos als erstes zu erhalten.


FIRMEN-DATEN


LOGIN-DATEN

Datenschutzerklärung zeigen

Teilen
No Comments

Post A Comment

Verwandte Themen

Ähnliche Themen

VORTEILSCLUB IST MEHR

Profitieren Sie jetzt von neuen Benefits: Aktionsplan für das ganze Jahr, BPJ-Zeitungsbezug, Reader’s Lounge, B2B-Kommunikation und noch viel MEHR!

SIND SIE SCHON REGISTRIERT ?

Registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie von allen Inhalten in voller Länge, exklusiven News und Insights, die es NUR im geschützten Bereich für Branchen-TeilnehmerInnen gibt.