Schmuck bleibt der wichtigste Wachstumstreiber bei Richemont. Marken wie Cartier und Van Cleef & Arpels legten im Weihnachtsquartal deutlich zu. © Cartier
Richemont hat im wichtigen Weihnachtsquartal die Markterwartungen übertroffen. Getragen wurde das Wachstum erneut vom Schmuckgeschäft, während auch die Uhrensparte überraschend an Dynamik gewann. Doch trotz starker Zahlen reagierte der Kapitalmarkt zurückhaltend. Hohe Erwartungen und Margensorgen belasten die Aktie.
Schmuck als stabiler Ertragspfeiler
Im dritten Geschäftsquartal bis Ende Dezember steigerte Richemont den Umsatz währungsbereinigt um elf Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. Damit lag der Konzern über den Analystenschätzungen. Der mit Abstand größte Wachstumstreiber blieb das Schmucksegment. Die sogenannten Jewellery Maisons mit Marken wie Cartier und Van Cleef & Arpels wuchsen um 14 Prozent und erzielten Erlöse von rund 4,8 Milliarden Euro. Schmuck erweist sich damit einmal mehr als besonders widerstandsfähig in einem insgesamt verhaltenen Luxusumfeld.
Uhrensegment gewinnt wieder an Dynamik
Auch die Uhrensparte entwickelte sich besser als in den Vorquartalen. Die Specialist Watchmakers mit Marken wie IWC, A. Lange & Söhne und Jaeger-LeCoultre legten währungsbereinigt um sieben Prozent zu. Damit zeigt sich erstmals wieder eine spürbare Erholung in einem Segment, das in den vergangenen Quartalen deutlich unter Druck stand. Für den Uhrenfachhandel ist dies ein positives Signal, auch wenn das Niveau noch nicht an frühere Wachstumsphasen heranreicht.

Regionale Entwicklung mit klaren Gewinnern
Besonders stark entwickelte sich das Geschäft in Amerika mit einem Plus von 14 Prozent. Japan verzeichnete ein Wachstum von 17 Prozent, der Nahe Osten und Afrika sogar von 20 Prozent. Europa legte um acht Prozent zu. In Asien ohne Japan, dem wichtigsten Einzelmarkt des Konzerns, stiegen die Umsätze organisch um sechs Prozent und übertrafen damit die Erwartungen leicht. China, Hongkong und Macau erzielten zusammen ein Plus von zwei Prozent und verzeichneten damit bereits das zweite Quartal in Folge Wachstum.
Warum die Aktie dennoch nachgab
Trotz der starken operativen Entwicklung reagierte der Kapitalmarkt verhalten. Nach einer vorangegangenen Kursrallye gaben die Richemont Aktien nach. Marktbeobachter verweisen auf gestiegene Erwartungen sowie auf anhaltende Sorgen um die Margen. Belastend wirken unter anderem Währungseffekte, mögliche US Zölle und vor allem die hohen Goldpreise. Ohne weitere Preisanpassungen könnten diese Faktoren die Profitabilität in den kommenden Geschäftsjahren unter Druck setzen. (Quellen: DerAktionär.de/ Finanzen.at/ N-Tv.de)
Die Zahlen von Richemont setzen die Messlatte für die gesamte Luxussparte. In den kommenden Wochen werden unter anderem LVMH, Kering und Hermès ihre Ergebnisse vorlegen.














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