Wie Tiffany seine Stammkunden verärgert

Vor allem die bisherige Klientel, die für einen Diamantring 18.000 Euro auf den Tisch blätterte und diesen nach ihrem Tod an die Lieblingstochter vererbte, fühlt sich in der neuen Art der Kommunikation ausgegrenzt. Bild: Twitter Markritson

Vor allem die bisherige Klientel, die für einen Diamantring 18.000 Euro auf den Tisch blätterte und diesen nach ihrem Tod an die Lieblingstochter vererbte, fühlt sich in der neuen Art der Kommunikation ausgegrenzt. Bild: Twitter Markritson

Schmuckstücke von Tiffany wurden bislang von einer Generation zur nächsten vererbt. Das neue Management will dagegen steuern und Millenials sowie die Generation Z weg vom Schmuck der Mutter bringen. 



Die neue Ausrichtung der LVMH-Tochter Tiffany & Co könnte klarer nicht sein: “Not your mother´s Tiffany” startete der Juwelier eine Image-Kampagne, die junge Erwachsene in Jeans und weißem T-Shirt zeigt – behängt mit klobigem Statement-Schmuck. Executive Vice President Alexandre Arnault, der 29-jährige Sohn des LVMH-CEOs Bernard Arnault, CEO Anthony Ledru und Kreativdirektorin Ruba Abu-Nimah wollen sich offenbar von dem historischen Erbe des Nobeljuweliers lösen.

Denn bislang verband man mit Tiffany auch Schmuck, den Mütter an ihre Töchter vererben. Damit soll jetzt scheinbar Schluss sein. Die Outdoor-Kampagne wurde sogar durch Behind-the-Scenes-Videos digital verlängert, um auch hier besonders die angesprochene Zielgruppe der Töchter zu erreichen.

 

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Doch die neue Kommunikations-Strategie kommt nicht überall gut an. “Man gewinnt keine neuen Kunden, indem man seine alten disst”, oder “Sind alte Frauen es nicht wert und peinlich?”, lauten die öffentlichen Reaktionen.

Aktuellen Studien zur Entwicklung des weltweiten Luxusmarktes zufolge werden Millenials und die Generation Z bis zum Jahr 2025 über 45 Prozent der weltweiten Luxusumsätze bestreiten. 55 Prozent der Luxusprodukte allerdings – und damit mehr als die Hälfte – werden von älteren Kundenschichten gekauft. Es wird sich zeigen, ob es für die LVMH-Tochter sinnvoll ist, die Mehrheit ihrer Käuferinnen vor den Kopf zu stoßen. Eines hat die Kampagne aber bereits erreicht: Über Tiffany wird wieder gesprochen.

Quelle: wuv.de

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