Dubai zählt zu den wichtigsten Luxus-Shopping-Destinationen der Welt und spielt auch für Schmuck- und Uhrenmarken eine wichtige Rolle. Bild: Dubai Shopping Mall © Shutterstock
Die geopolitische Eskalation im Nahen Osten sorgt derzeit für Unsicherheit in der globalen Luxusindustrie. Für die Schmuck- und Uhrenbranche sind die direkten Auswirkungen jedoch begrenzter als zunächst angenommen.
Region mit begrenztem Anteil am Gesamtmarkt
Die militärischen Spannungen im Nahen Osten wirken sich spürbar auf den internationalen Luxusmarkt aus. Boutiquen schließen vorübergehend, Lieferketten geraten unter Druck und der internationale Reiseverkehr ist teilweise eingeschränkt. Dennoch bleibt der Anteil der Region am globalen Markt relativ überschaubar. Analysten schätzen, dass der Nahe Osten rund 5 bis 6 Prozent des weltweiten Umsatzes der Luxusindustrie ausmacht. Ein erheblicher Teil dieser Umsätze entfällt auf die Vereinigten Arabischen Emirate, insbesondere auf Dubai als internationales Einkaufszentrum. Damit handelt es sich zwar um einen wichtigen, aber nicht dominierenden Absatzmarkt für globale Marken. (m.economictimes.com)
Mode stärker betroffen als Hard Luxury
Die aktuellen Auswirkungen treffen vor allem Mode- und Accessoiremarken. Mehrere Unternehmen mussten Filialen vorübergehend schließen oder den Betrieb einschränken. So haben einige Luxusgruppen ihre Boutiquen in Ländern wie Bahrain, Katar oder Kuwait zeitweise geschlossen oder arbeiten mit reduziertem Personal.
Für Schmuck- und Uhrenhersteller fällt der Effekt differenzierter aus. In der Branche gilt der Bereich Hard Luxury – also Schmuck und Uhren – als stabiler, weil Produkte häufiger als Wertanlage oder langlebige Anschaffung gekauft werden. Studien gehen davon aus, dass dieses Segment langfristig sogar rund 28 Prozent des globalen Luxusmarktes ausmacht. Gerade hochwertige Uhren und Schmuckstücke sind zudem weniger stark von kurzfristigen Modezyklen abhängig. (Reuters, researchnester.com)
Der Cartier-Eigentümer Richemont und das italienische Unternehmen Zegna sind am stärksten exponiert. Beide erzielen jeweils rund 9 % ihres Gesamtumsatzes im Nahen Osten, während Burberry zu den am wenigsten betroffenen Marken zählt, die französische Gruppe LVMH entspricht mehr oder weniger dem Branchendurchschnitt von minus 5–6 %.

Tourismus bleibt entscheidender Faktor
Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor bleibt jedoch der internationale Tourismus. Ein großer Teil der Luxusverkäufe im Nahen Osten wird von Reisenden generiert, insbesondere aus Russland, China, Indien oder Saudi-Arabien. Fällt dieser Reiseverkehr aufgrund von Konflikten oder Flugausfällen zeitweise aus, kann dies auch den Absatz von Schmuck und Uhren in wichtigen Einkaufsmetropolen wie Dubai beeinflussen. Die Region war zuletzt sogar einer der wenigen Wachstumstreiber der Branche, während Märkte wie China schwächelten. (economictimes.indiatimes)
Anpassungsfähige Branche
Analysten gehen derzeit davon aus, dass die direkten Auswirkungen auf die Schmuck- und Uhrenbranche begrenzt bleiben könnten, sofern sich die Lage stabilisiert. Große Marken verfügen über globale Vertriebsnetze und können Bestände relativ flexibel zwischen Regionen verschieben. Für Juweliere und Fachhändler zeigt die Situation vor allem eines: Die Nachfrage nach hochwertigen Uhren und Schmuck bleibt international stark verteilt – geopolitische Krisen verschieben Absatzströme, führen jedoch selten zu einem dauerhaften Einbruch im Segment.
(Quellen: Adnkronos / FashionNetwork; Reuters; Morgan Stanley; Bain-Altagamma Luxury Goods Study.)














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