Dresswatches werden wieder sichtbarer

Dresswatches Comeback

Die Rückkehr der Dresswatches eröffnet neue Beratungsansätze zwischen Stil, Alltagstauglichkeit und Wertorientierung. © Chat GPT

Eleganz statt Lautstärke. Nach Jahren der Dominanz sportlicher Stahluhren zeigen neue Zahlen aus dem Gebrauchtmarkt eine vorsichtige Bewegung zugunsten eleganter Uhren. Es ist bis jetzt noch ein kleiner Umbruch. Doch der Trend zeigt, dass Sammler und Käufer wieder stärker auf dezentes Design, vielseitige Tragbarkeit und werthaltige Klassiker achten.



Vom Sportuhrenboom zur neuen Zurückhaltung

Der Uhrenmarkt wurde lange von sportlichen Modellen geprägt. Besonders seit dem Boom der Sportuhren in den 1980er Jahren bestimmten robuste Stahlmodelle, Taucheruhren, Chronographen und integrierte Armbänder die Wahrnehmung vieler Käufer. Dresswatches rückten dadurch in den Hintergrund. Nun deutet sich auf dem Gebrauchtmarkt eine vorsichtige Gegenbewegung an.

Wie das britische Uhrenmagazin Oracle Time unter Berufung auf den „Global Wrist Watch Report“ von Watchfinder & Co. berichtet, stiegen die Verkäufe eleganter Uhren im vergangenen Jahr. Dresswatches machen demnach inzwischen 7,2 Prozent der Verkäufe gebrauchter Uhren aus. Sportuhren bleiben mit 50,4 Prozent weiterhin deutlich führend, verzeichneten im gleichen Zeitraum jedoch einen Rückgang um 3,9 Prozent. Damit ist die Aussage klar: Dresswatches erleben kein plötzliches Massen-Comeback. Sie gewinnen aber wieder Aufmerksamkeit. Für den Handel ist genau diese Nuance entscheidend. Der Markt dreht nicht vollständig, aber er erweitert sich. Käufer, die lange vor allem Sportlichkeit, Präsenz und Markenstatus gesucht haben, öffnen sich wieder für leisere Formen von Wertigkeit.

Die stärksten Dresswatch Marken
Elegante Uhren gewinnen am Gebrauchtmarkt wieder an Aufmerksamkeit. Besonders Cartier dominiert das Segment der Dresswatches laut Watchfinder Daten deutlich. © Chat GPT

Warum Dresswatches wieder gefragt sind

Ein zentraler Grund liegt im veränderten Stilbewusstsein vieler Sammler. Nach Jahren, in denen sportliche Stahluhren die Schlagzeilen dominierten, rückt wieder eine andere Haltung in den Vordergrund: weniger demonstrativ, stärker kuratiert, vielseitiger tragbar. Ben Staniforth, UK Country Manager bei Watchfinder & Co., erklärt gegenüber Oracle Time, Sammler würden die „unaufdringliche Eleganz“ der Dresswatch wiederentdecken. Er verweist auf zeitloses Design, ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis und die Attraktivität von Modellen aus Edelmetall am Gebrauchtmarkt. Käufer seien zunehmend stilbewusst und zugleich wertorientiert.

Cartier führt mit großem Abstand

Besonders auffällig ist die Markenverteilung. Laut Oracle Time entfallen 66,74 Prozent der Verkäufe gebrauchter Dresswatches auf Cartier. Dahinter folgen Jaeger LeCoultre mit 13,25 Prozent, Rolex mit 5,33 Prozent, Longines mit 4,76 Prozent sowie IWC und Patek Philippe mit jeweils 3,56 Prozent. Danach fallen die Marktanteile der weiteren Marken deutlich unter ein Prozent.

Auch bei den Modellen zeigt sich eine klare Konzentration. Cartier Santos und Cartier Tank teilen sich laut Bericht den ersten Platz, gefolgt von der Ballon Bleu. Jaeger LeCoultre ist mit Master und Reverso vertreten, Rolex mit der eingestellten Cellini. Außerdem werden IWC Portofino, Patek Philippe Calatrava, Longines Dolce Vita und Drive de Cartier unter den meistverkauften Dresswatch Modellen genannt. Eleganz funktioniert also besonders dann, wenn sie mit Wiedererkennbarkeit, Geschichte und ikonischer Form verbunden ist. Die Dresswatch ist nicht automatisch stark. Stark sind Modelle, die eine klare Designidentität besitzen.

Bestseller Dresswatches
Cartier Santos, Tank und Ballon Bleu zählen laut Oracle Time zu den meistverkauften gebrauchten Dresswatch Modellen. © Chat GPT

Preislich zwischen Einstieg und Luxus

Interessant ist auch die Preisstruktur. Gebrauchte Cartier Uhren erzielen laut Oracle Time im Durchschnitt rund 5.000 britische Pfund, während IWC und Longines darunter liegen. Gleichzeitig machen sehr teure Uhren zwar ein geringeres Verkaufsvolumen aus, können aber einen hohen Anteil am Gesamtwert des Segments darstellen. Oracle Time spricht deshalb von einer zunehmenden Polarisierung zwischen sehr zugänglichen und sehr luxuriösen Uhren.

Für den Handel ergibt sich daraus eine konkrete Chance. Wer die Sprache von Stil, Anlass, Zurückhaltung und Substanz beherrscht, kann neue Kaufargumente schaffen.

Warum Dresswatches wieder gefragt sind
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