Jean Arnault rückt bei LVMH Watches in den Blick

LVMH Jean Christophe Babin mit Jean Arnault LVMH Watches

Jean Christophe Babin sieht Jean Arnault laut Bloomberg als möglichen Nachfolger an der Spitze der LVMH Uhrensparte. © Bulgari/ X/ Chat GPT

Bei LVMH könnte die Uhrensparte vor einem Generationswechsel stehen. Jean-Christophe Babin, Leiter von LVMH Watches, bringt Jean Arnault als möglichen Nachfolger ins Gespräch. Eine komplexe Aufgabe für den jüngsten Sohn von Bernard Arnault, weil das Uhrengeschäft des Konzerns derzeit schwierigere Aufgaben lösen muss als die Schmuckmarken.



Babin spricht offen über die nächste Phase

In der Führung der LVMH-Uhrensparte deutet sich eine mögliche Veränderung an. Jean-Christophe Babin, Leiter von LVMH Watches, hat gegenüber Bloomberg erklärt, dass er sich schrittweise aus dem operativen Geschäft zurückziehen möchte. Als möglichen Nachfolger nannte er Jean Arnault, den jüngsten Sohn von LVMH-Chef Bernard Arnault. Wie FashionNetwork.com unter Berufung auf Bloomberg berichtet, bezeichnete Babin den 27-jährigen Arnault als „die perfekte Person, um diese Sparte zu übernehmen“. Arnault verantwortet derzeit die Uhrenkategorie von Louis Vuitton und gilt innerhalb des Konzerns als ausgewiesener Kenner mechanischer Uhren.

Frédéric Arnault war bereits Chef von LVMH Watches

Der mögliche Aufstieg von Jean Arnault erhält zusätzliche Bedeutung durch die jüngere Personalgeschichte innerhalb des Konzerns. Sein Bruder Frédéric Arnault war erst 2024 zum CEO von LVMH Watches ernannt worden. Im März 2025 wurde dann bekannt, dass er die Uhrensparte wieder verlässt und CEO von Loro Piana wird. Laut offizieller LVMH Mitteilung trat Frédéric Arnault diese Position am 10. Juni 2025 an. Damit war seine Zeit an der Spitze von LVMH Watches vergleichsweise kurz. Zuvor hatte Frédéric Arnault im Uhrenbereich bereits eine wichtige Rolle gespielt, unter anderem bei TAG Heuer, wo er 2020 CEO wurde. Der Wechsel zu Loro Piana zeigt, dass LVMH die Aufgaben innerhalb der Familie Arnault weiter neu verteilt.

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Jean Arnault und die Uhrmacherei bei Louis Vuitton

Jean Arnault kam vor fünf Jahren zu Louis Vuitton. Dort ist er als Direktor für Marketing und Produktentwicklung der Uhrenkategorie tätig. Der ausgebildete Ingenieur studierte am Imperial College London und am MIT. In der Branche wurde er unter anderem durch den Louis Vuitton Watch Prize bekannt, mit dem unabhängige Kreative der Uhrmacherei gefördert werden. Babin beschrieb Arnault laut Bloomberg als „sehr klug“ und als jemanden, der Uhren verstehe und schätze. Damit rückt ein Manager in den Blick, der das Uhrenthema nicht nur als Produktkategorie, sondern auch über Handwerk, Sammlerkultur und kreative Unabhängigkeit interpretiert.

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Bernard Arnault hat seine Kinder in wichtigen Bereichen des LVMH Konzerns positioniert, von Mode über Schmuck bis hin zu Uhren und Spirituosen. © X

Rückzug ohne abrupten Bruch

Babin selbst macht klar, dass es ihm nicht um einen sofortigen Abschied geht. Der 67-Jährige sagte gegenüber Bloomberg: „Ich träume nicht mehr unbedingt davon, 150 Tage im Jahr zu fliegen.“ Nach 13 Jahren an der Spitze von Bulgari und in leitender Verantwortung für die LVMH-Uhrenmarken wünscht er sich nach eigenen Angaben eine andere Balance. Die Nachfolge bei Bulgari ist bereits geregelt. Laura Burdese soll laut dem Bericht zum 1. Juli CEO der Marke werden. Auch in anderen Bereichen der LVMH-Uhrensparte gab es zuletzt Wechsel, unter anderem bei TAG Heuer.

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Uhren schwächer, Schmuck stärker

Die Personalfrage fällt in eine schwierige Phase für den Uhrenmarkt. Die Uhren- und Schmuckdivision von LVMH erzielte im ersten Quartal ein organisches Umsatzplus von 7 Prozent. Getragen wurde dieses Wachstum laut LVMH-Finanzchefin Cécile Cabanis vor allem von den Schmuckmarken. Das Uhrensegment entwickelte sich dagegen rückläufig. Das zeigt die unterschiedliche Lage innerhalb der Sparte. Schmuckmarken wie Bulgari kommen derzeit besser durch das Umfeld. Klassische Uhrenmarken spüren den Druck stärker, besonders in mittleren Preisbereichen.

Babin sagte gegenüber Bloomberg: „Der Wettbewerb ist im mittleren Segment härter.“ Der Bericht nennt mehrere Belastungsfaktoren: schwächere Nachfrage aus China, den starken Schweizer Franken, Zollthemen und geopolitische Spannungen. Hinzu kommt der Druck durch Smartwatches, der vor allem Preislagen unter 1.500 US-Dollar betrifft. Gleichzeitig wächst das Segment oberhalb von 10.000 US-Dollar weiter. Dadurch entsteht eine stärkere Spreizung im Markt. Marken wie TAG Heuer und Zenith, die stärker vom Großhandel abhängen, müssen sich in diesem Umfeld besonders behaupten.

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