Paketabgabe: Jeder Vierte will zu Weihnachten mehr stationär kaufen

Weihnachtlich geschmückte Einkaufsstraße mit Passanten und Einkaufstaschen, rechts ein Juweliergeschäft mit Uhren, Ring und Geschenken im Schaufenster

Weihnachtlich geschmückte Einkaufsstraße mit Passanten und Einkaufstaschen, rechts ein Juweliergeschäft mit Uhren, Ring und Geschenken im Schaufenster © KI-generiert

Laut einer market-Studie im Auftrag von SES will jeder vierte Schenkende in Österreich wegen der neuen Paketabgabe zu Weihnachten weniger online bestellen. Für Juweliere ist das eine Chance, aber keine Garantie.



Seit 1. Oktober kostet jede Bestellung bei großen Onlinehändlern in Österreich extra, und das zeigt offenbar Wirkung auf die Geschenkplanung. Laut der Weihnachtsstudie 2026 des Linzer market Instituts im Auftrag von SES Spar European Shopping Centers wollen 26 Prozent der Schenkenden wegen der Paketabgabe weniger online bestellen und mehr vor Ort kaufen. Nur 8 Prozent planen, ihre Online-Einkäufe auszubauen.

Die Studie stammt von einem Shopping-Center-Betreiber und bildet Absichten ab, keine Umsätze. Für den Juwelierhandel liefert sie trotzdem Anhaltspunkte, wie sich das Weihnachtsgeschäft 2026 entwickeln könnte und wo Fachhändler ansetzen können.

DIE PAKETABGABE VERSCHIEBT KAUFABSICHTEN IN RICHTUNG GESCHÄFT

Für Bestellungen bei Versandhändlern mit mehr als 100 Millionen Euro Umsatz in Österreich fallen seit 1. Oktober zwei Euro pro Paket an, inklusive Umsatzsteuer 2,40 Euro. Laut Handelsverband trifft das 16 Onlinehändler und Marktplätze, darunter Amazon, Otto, Temu und Zalando. Wer online bestellt und im Geschäft abholt, zahlt die Abgabe nicht.

In der Studie wollen 14 Prozent der Schenkenden sogar deutlich weniger online bestellen. Selbst unter jenen, die bisher überwiegend online kaufen, plant knapp jeder Sechste (17 Prozent) mehr Käufe im stationären Handel. Bei Stammkunden des stationären Handels wollen 36 Prozent das noch verstärken, und jeder Fünfte ist unentschlossen.

Bei einem Schmuckstück oder einer Uhr fallen 2,40 Euro preislich kaum ins Gewicht. Relevant ist eher der Gewohnheitseffekt: Wer wegen der Abgabe wieder durch Geschäfte und Einkaufsstraßen geht, begegnet dort auch dem Juwelier.

FRÜHER START, STABILE BUDGETS

Das Weihnachtsgeschäft beginnt heuer früher. 37 Prozent der Befragten starten spätestens Mitte November (Vorjahr: 34 Prozent), nur noch 25 Prozent erst im Dezember (Vorjahr: 34 Prozent). Aktionen und Geschenkideen sollten also früher sichtbar sein.

Beim Budget bleibt das Bild stabil: 42 Prozent der Schenkenden planen 101 bis 500 Euro ein, 39 Prozent mehr als 500 Euro (Vorjahr: 35 Prozent). Gleichzeitig wollen 35 Prozent weniger ausgeben als im Vorjahr, 5 Prozent mehr. Für Juweliere heißt das: Das obere Budgetsegment wächst leicht, der Preisdruck bleibt.

INSPIRATION ENTSTEHT IM LADEN, NICHT IM ALGORITHMUS

Bei der Ideensuche fragen Schenkende am häufigsten direkt die beschenkte Person (37 Prozent). Es folgt der Bummel durch Geschäfte und Shopping-Malls (25 Prozent), noch vor Suchmaschinen (16 Prozent), Social Media (14 Prozent) und KI-Tools (7 Prozent). Die Beratung im Geschäft nennen 8 Prozent. Insgesamt sehen 42 Prozent Shopping-Malls und Einkaufsstraßen als Hauptquelle für Geschenke, vor dem Onlinehandel mit 38 Prozent.

Für Juweliere sind Schaufenster, Lage und Beratung damit auch in der Geschenkphase ein Wettbewerbsvorteil. Bei den 16- bis 29-Jährigen nutzt allerdings jeder Fünfte bereits KI für Geschenkideen. Wer diese Zielgruppe erreichen will, braucht neben dem Geschäft auch online auffindbare Informationen.

Befragt wurden von 16. bis 22. September 2026 insgesamt 1.023 Personen ab 16 Jahren, die maximale Schwankungsbreite liegt bei ±3,1 Prozent.

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