Serie (7): Schweizer Antwort

Steigt in den Ring: Der Schweizer Herausforderer Frédérique Constant.

Die erste Apple Watch kommt im April 2015 auf den Markt, ist noch nicht mal wasserdicht und die Akkus halten 18 Stunden. Ein Herausforderer für die Schweizer Uhrenindustrie? Erste Antworten der Hersteller.


Sollte es auch bei der Apple-Uhr zu einem Hype kommen, welche Konsequenzen hat das für die bestehende Branche? Schnell war klar, dass Apple seine Uhren nicht über den Juwelier vertreiben würde. Warum auch, wenn einem die Fans die Produkte ohnehin aus der Hand reißen, dann muss man nicht unnötig Marge abgeben. Apple gibt ungern ab. Selbst im Kerngeschäft übernimmt der Hersteller Vertrieb und Service komplett ­– einzig die Vertriebsgesellschaft „Gravis“ bekommt etwas vom Apfelkuchen ab.

Für die Juweliere stellte sich somit die Frage der Alternativen zu Apple. Aber hat sich die Schweizer Uhrenindustrie vorbereitet? Für den Juwelier braucht es eine hochwertige und margenstarke Antwort, damit er Spaß an diesem Business bekommen.

Ein erster Kandidat steigt mit Apple in den Ring: Frédérique Constant. Die Schweizer Manufaktur kontert mit einer Symbiose. Frédérique Constant und seine Tochtermarke Alpina will eine Brücke zwischen Silicon Valley und dem Traditionshandwerk schaffen. Das Unternehmen nutzt hierbei das Schweizer Uhren Know-how und kombiniert es mit Silicon-Valley-Technologie. Für die Smartwatches wurde eigens die Firma MMT (Manufacture Modules Technologies) in Genf gegründet. Kooperiert wurde auch mit dem Softwareentwickler MotionX, der bereits für Nike verschieden Apps entwickelt hat. Durch die in der Schweiz sitzende MMT dürfen die Uhren weiterhin das prestigeträchtige „Swiss Made“-Siegel tragen. Die Smartwatch von Frédérique Constant kommt im Juni 2015 auf den Markt. Aus Schweizer Sicht, so sagte es Alpina-Chef Guido Benedini, sei diese „Horological Smartwatch“ nicht weniger als eine Revolution für die Schweizer Uhrenindustrie, denn sie erweitert das Konzept der traditionellen Handwerkskunst und des traditionellen Designs auf die gegenwärtigen Bestrebungen, den persönlichen Lebensstil und die Fitness zu verbessern. Die Uhr ist unter anderem ausgestattet mit Aktivitätserfassung, einem Fitness-Sensor und einem Schlafphasenwecker ausgestattet. Im Vergleich zur Apple Watch, die täglich eine neue Aufladung benötigt, liegt die Batterielebensdauer bei Frédérique Constant und Alpina bei zwei Jahren.

Ergo: Das bereits nach der ersten Präsentation der Apple Watch von Jean-Claude Biver genutzte Argument der „Ewigkeit“ einer mechanischen Uhr (hier) kommt hier wieder zum Vorschein. Eine Smartwatch ist Technik, eine mechanische Uhr Kultur.

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Serie:
Game Changer: Die Apple Watch stellt die Uhrenwelt auf den Kopf. Mittlerweile verkauft der Tech-Konzern mehr Uhren als die gesamte Schweiz – gerade einmal fünf (!) Jahre nach Markteinführung. Wie kam es dazu? Und wie geht es weiter? Lesen Sie unsere Serie „Apple Watch – Chronologie eines Mega-Erfolgs“. Bisher sind folgende Beiträge erschienen:

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