Gesundheit + Smartwatch = Erfolg

Sag mir, was du am Handgelenk trägst, und ich sage dir, wie gesund du bist! So könnte die aktuelle Kooperation zwischen Fitness und smart lauten. Eines steht fest: Die Gesundheits-Features der Smartwatches und Fitness-Tracker können helfen, mehr Bewegung in den Alltag einzubauen. Aber sind sie auch Kaufgründe für die smarten Uhren?


Gesund ist „in“! Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Körperbewusstsein – Werte, die in unserer Gesellschaft immer wichtiger werden. Smartwatches und Fitness-Tracker tragen viel dazu bei, die gesunde Lebensweise zu fördern. Mit Schritt- und Kalorienzähler, Aktivitätsmessungen beim Sport und Meldungen, sich öfter zu bewegen, fordern die smarten Uhren ihren Träger dazu auf, seine Gesundheit zu verbessern. Die aktuelle Bitkom-Studie, die zum Start der Internationalen Funkausstellung (IFA) veröffentlicht wurde, spricht davon, dass sich die Smartwatch von einem Nischenprodukt zu einem Gerät entwickelt hat, das sich im Alltag der Deutschen durchgesetzt hat. Zur Nutzung zeigt die Studie ein deutliches Bild: „Lag der Nutzungsschwerpunkt zunächst auf der Smartwatch als verlängerter Arm des Smartphones, um eingehende Nachrichten zu lesen, sind mittlerweile Fitness- und Gesundheitsanwendungen ins Zentrum der Anwendungen gerückt.“ Die Smartwatch als Personal Coach sozusagen.

Das zeigt auch die Tatsache, dass laut Bitkom-Studie reine Fitness-Tracker die zurzeit erfolgreichste Produktkategorie unter den Wearables sind. Wie lange das aber noch so bleibt, darüber sind sich die Experten uneinig. Zwar haben die Tracker meist geringere Durchschnittspreise und längere Akkulaufzeiten, aber „der Nutzungsschwerpunkt der vernetzten Uhren verlagert sich weiter auf Fitnessfunktionen und damit die Kernfunktion von Trackern“, so die Autoren der Studie. Hinzu kommt, dass einfache Tracker, die in erster Linie als Schrittzähler genutzt werden, durch Smartwatches mit integriertem Schrittzähler ersetzt werden könnten.

Jedem das Seine

Patrick Schaab, Geschäftsführer der Distributionssparte bei Komsa, sieht die derzeitige Entwicklung ähnlich: „Hauptfunktion einer Smartwatch ist tatsächlich der originäre Sinn einer Uhr: die Zeitanzeige. Die darüber hinaus meistgenutzten Funktionen sind Umfragen zufolge derzeit Features zur Gesundheitsüberwachung und Fitnessverbesserung. Schrittzähler, Herzfrequenzmessung oder Schlaftracking stehen hoch im Kurs.“ Schaab, der in Deutschland unter anderem große Namen wie Samsung, Garmin, Fitbit oder Polar vertreibt, hebt die Funktionsvielfalt der smarten Begleiter hervor: „Das Schöne ist, dass letztlich jeder seinen ganz eigenen Nutzen daraus ziehen kann. Der eine schätzt an seiner Smartwatch, dass sie ihn in Geschäftsterminen diskret auf eingehende Nachrichten und Anrufe verweist, der andere nutzt die Fitnessfunktion.“

Kooperation dank Gesundheit

Apropos Fitnessfunktion: Garmin kooperiert seit diesem Sommer in Deutschland und der Schweiz mit Weight Watchers. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es Kunden, ihre aufgezeichneten Daten mit ihrem Weight Watchers-Profil zu verbinden. Damit wird jede Aktivität, die der Garmin-Tracker misst, sofort in sogenannte Active Points umgewandelt. Statistiken, Grafiken und Informationen zum eigenen Fortschritt sollen dabei helfen, mehr Aktivität in den individuellen Lebensstil einzubauen, Erfolge auszuwerten und die gewünschte Fitness oder das Wunschgewicht zu erreichen.

Fitnesstrainer am Handgelenk

Dieses Thema hat auch Alexander Stütz gemeinsam mit Martin Konrad und Michael Kaisergruber aufgegriffen. Die drei jungen Österreicher haben im Frühjahr ihre Viita-Watch vorgestellt: Eine Smartwatch, die den Fitnesstrainer ersetzen kann. „Es geht darum, sich fit, aktiv und wohl zu fühlen. Work-Life-Balance ist das zentrale Thema der letzten Jahre. Die Quintessenz daraus: Ich muss das individuell richtige Training absolvieren. Es geht nicht darum, maximal viel Sport zu betreiben, sondern den richtigen Sport zur richtigen Zeit.“ Die Lösung: „Eine einzigartige Smartwatch, die mich 24/7 begleitet und mir mit einem intelligenten Algorithmus, den wir entwickelt haben, immer die richtige Trainingsempfehlung gibt, die mir sagt, wie es meinem Körper geht und was ich tun soll.“

Ausgeliefert werden die smarten Uhren ab Anfang nächsten Jahres. Stütz erkennt nach Gesprächen mit Branchenprofis und einer Studie, dass es drei Features ihrer Uhr gibt, die für jeden an erster Stelle stehen: Viitascan = individueller Stress- und Regenerationsstatus, Vitacoach = personalisierte Trainingsempfehlungen und Dehydration = Berechnung des individuellen Wasserverbrauches. Diese Features sind laut Stütz dann auch für die Kaufentscheidung sehr wichtig, aber er betont: „Auch das Design spielt eine wesentliche Rolle, weil Viita nicht wie eine typische Sportuhr wirkt, sondern auch im Alltag getragen werden kann.“ So kommen nicht nur Sportfans auf ihre Kosten – außerdem hat die Testphase ergeben, dass „auch nicht sportliche Leute die Anwendungen sehr häufig verwenden und dadurch deutlich aktiver werden“. Denn durch die permanente Messung steigt die Bewusstseinsbildung dafür deutlich.

Das bringts für den Juwelier

Smartwatches haben unserern Alltag erreicht – und sie werden immer häufiger dazu benutzt, die Gesundheit zu überprüfen und/oder zu verbessern. Längst ist die smarte Uhr am Handgelenk mehr als Anruf- oder Nachrichten-anzeige. Der Gesundheits- und der Trainingsaspekt stehen für viele Konsumenten ganz oben im Ranking, warum eine Smartwatch getragen wird. Ist sich der Fachhandel dessen bewusst und kommuniziert aktiv die Vorteile, die Smartwatches mit sich bringen, wird das Bewusstsein der Konsumenten steigen, dass auch der Juwelier die richtige Anlaufstelle dafür sein kann.

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