Signa Insolvenz: Wer übernimmt Galeria Karstadt Kaufhof und die KaDeWe Gruppe?

Sale Galeria Karstadt Kaufhof © Shutterstock | Achim Wagner

Sale bei Galeria Karstadt Kaufhof – wie geht’s weiter? © Shutterstock | Achim Wagner

Die Insolvenz der Signa Holding sorgt nach wie vor für Aufmerksamkeit im Handel. Wer wird übernehmen? An wen geht die KaDeWe Gruppe? An wen Galeria Karstadt Kaufhof? Die Gerüchteküche brodelt – im April soll es zu einigen Entscheidungen kommen. 



Wie geht es mit Galeria Karstadt Kaufhof weiter? Mitte April soll der Insolvenzverwalter das Geheimnis lüften. Es gibt wohl zwei Varianten, die als äußerst wahrscheinlich gelten. Zum Einen sei das der amerikanische Geschäftsmann Richard Baker (NRDC), der laut Informationen der „Wirtschaftswoche” gemeinsam mit dem früheren Handelsmanager Bernd Beetz ein Angebot abgeben wird. Baker ist durchaus kein Unbekannter in diesem Szenario. War Baker doch vor der Fusion mit Karstadt über die zu seinem Portfolio gehörende kanadische Handelskette Hudson's Bay Company (HBC) einige Jahre lang Eigentümer der damals noch eigenständigen Handelskette Galeria Kaufhof. Doch zu dessen Zeiten ging es infolge strategischer Fehlentscheidungen mit Kaufhof wirtschaftlich nach unten.

Daraufhin verkaufte HBC die Kette an die Signa Gruppe des Tiroler Investors Rene Benko, der die Warenhäuser zur Gruppe Galeria Karstadt Kaufhof fusionierte.

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Galeria Karstadt Kaufhof – Entscheidung im April?

Neben NRDC und Beetz gibt es wohl noch einen weiteren Anbieter für Galeria. Details zu den Bietern werden allerdings nicht kommentiert. „Beide Interessenten verfügen über große Erfahrungen im deutschen Einzelhandel und verfügen auch über die für das anstehende Investment erforderlichen Mittel”, sagt Stefan Denkhaus, Galerias Insolvenzverwalter in der „Wirtschaftswoche”. Es soll aber bis Ende April ein Insolvenzplan vorliegen und nach einer Prüfung durch das Amtsgericht Essen soll die Gläubigerversammlung am 28. Mai entscheiden.

Wie viele der derzeit 92 Filialen weitergeführt werden und wie viele der zuletzt 12.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gekündigt werden, ist nach wie vor unklar. Galeria Chef Olivier Van den Bossche hatte in den vergangenen Monaten jedoch immer wieder betont, dass es eine Mindestanzahl an Standorten braucht, um die Vorteile eines bundesweiten Warenhauskonzerns aufrechterhalten zu können. „30 Häuser, wie gelegentlich berichtet wird, sind dafür viel zu wenig. Damit könnten wir nicht mehr von Größenvorteilen profitieren, zum Beispiel in Verhandlungen mit Lieferanten”, sagt Bossche der „Wirtschaftswoche”.

Galeria Karstadt Kaufhof
In den beiden zurückliegenden Insolvenzverfahren hatten die Gläubiger von Galeria auf Milliardenforderungen verzichtet, damit die Warenhauskette einen Weg aus der Krise findet.

Übernahme des KaDeWe scheint geklärt

Während bei Galeria Karstadt Kaufhof noch mehrere Interessenten im Spiel sind, scheint die Übernahme des KaDeWe geklärt. Die Anteile der insolventen Signa Holding an den Luxuskaufhäusern sollen an die Central Group gehen. Damit wird offenbar Realität, was sich bereits Anfang des Jahres abgezeichnet hatte. Die thailändische Central Group, die derzeit 50,1 Prozent der KaDeWe-Anteile hält – dazu gehören neben dem Kaufhaus des Westens in Berlin auch das Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München – teilt sich bisher den Besitz mit der insolventen Signa Holding (49,9 Prozent).

Doch nicht nur die KaDeWe Group soll in die Hände von Tos Chirathivat (CEO der Central Group) gehen, sondern dem Vernehmen nach auch die bisherigen Anteile der Signa an der Selfridges Group sowie an Globus aus der Schweiz. Globus und KaDeWe würden damit zu 100 Prozent der Central Group gehören. Die Kaufhauskette Selfridges ist vor allem im Vereinigten Königreich bekannt, wo allein in der Filiale in der Oxford Street in London pro Jahr eine achtstellige Besucherzahl verzeichnet wird.

KaDeWe Berlin 2019 © Shutterstock | Sorbis
Unter welcher Führung die KaDeWe Gruppe ihre Türen öffnet, soll noch im April entschieden werden. Favorit ist die thailändische Central Group. © Shutterstock | Sorbis

Zukunft für Kaufhäuser a la Galeria Karstadt Kaufhof?

Haben Warenhäuser wie Kaufhof oder Karstadt Ihrer Meinung nach eine wirtschaftliche Zukunft? Diese Frage hat die „Wirtschaftswoche” in einer Umfrage gestellt – woraufhin mehr als die Hälfte mit „Nein, auf keinen Fall” oder „Eher nein” geantwortet hatten. (siehe unten) Wird damit das Ende des Kaufhauses besiegelt? Und kommt damit der stationäre Einzelhandel wieder zum Zug? Fragen wie diese können wohl erst nach einiger Zeit beantwortet werden – immerhin kommt es auch darauf an, wie viele Filialen weitergeführt werden (siehe oben) und welche Vorteile die Kette dann noch für sich beanspruchen kann.

Umfrage Wirtschaftswoche Zukunft Kaufhaus
Warenhäuser wie Kaufhof oder Karstadt stehen in der Meinung der Verbraucher nicht gerade positiv da. © Wirtschaftswoche
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