Silberpreis halbiert: Ist Silber jetzt günstig oder riskant?

Der Silberpreis ist stark gefallen. Seit dem Höchststand im Januar hat Silber etwa die Hälfte seines Wertes verloren. Aktuell liegt der Preis bei rund 60 US-Dollar pro Feinunze. Zwar gab es zuletzt kleine Erholungen, zum Beispiel durch Entspannung im US-Iran-Konflikt, insgesamt zeigt der Trend aber weiter nach unten.


In der letzten Woche ist der Preis um mehr als acht Prozent gesunken. Auch technische Daten zeigen: Der Markt steht unter Druck. Der Preis liegt deutlich unter dem Durchschnitt der letzten 200 Tage. Ein weiterer Wert zeigt, dass Silber aktuell eher „überverkauft“ ist – also viele Anleger verkauft haben.

Zinssorgen belasten Silber

Ein wichtiger Grund für den Preisrückgang sind die Zinsen. Viele erwarten, dass die US-Notenbank die Zinsen weiter erhöht. Dadurch wird der US-Dollar stärker. Das ist meist schlecht für Edelmetalle wie Silber.

Silber reagiert besonders empfindlich. Denn Silber ist nicht nur ein Edelmetall, sondern wird auch in der Industrie genutzt. Deshalb wirken sich steigende Zinsen, ein starker Dollar und Verkäufe an den Börsen gleich mehrfach negativ aus.

Physischer Markt bleibt angespannt

Interessant ist: Während an den Börsen viel verkauft wird, bleibt das Angebot an echtem Silber knapp. Laut Silver Institute wird es auch in den nächsten Jahren mehr Nachfrage als Angebot geben. Für 2026 wird ein Defizit von über 46 Millionen Unzen erwartet.

Auch Recycling hilft nur begrenzt. Ein Grund: Ein großer Teil des Silbers entsteht als Nebenprodukt bei der Förderung anderer Metalle wie Zink, Blei oder Kupfer. Deshalb führt ein höherer Silberpreis nicht automatisch zu mehr Angebot.

Industrie spart, Anleger reagieren

Auch die Nachfrage verändert sich. Hersteller von Solaranlagen brauchen weniger Silber, weil sie sparen müssen. Trotzdem reicht das nicht aus, um das Defizit auszugleichen. Gleichzeitig kaufen viele Anleger weiterhin Münzen und Barren.

An den Finanzmärkten sieht es anders aus. Dort wird aktuell eher verkauft. Viele Investoren sind vorsichtig wegen der Zinsen und ziehen Geld aus Silber-ETFs ab. Das Verhältnis zwischen Gold- und Silberpreis ist dadurch gestiegen.

Auswirkungen auf Juweliere und Händler

Für Juweliere und Händler wird Silber damit erklärungsbedürftig. Kunden sehen den fallenden Preis und fragen sich: Ist Silber jetzt günstig oder riskant?

Im Verkauf bleibt Silber wichtig. Es ist für viele Kunden eine günstige Alternative zu Gold. Gerade bei hohen Goldpreisen kann Silber attraktiver werden. Wichtig ist aber: Ein niedriger Börsenpreis bedeutet nicht automatisch, dass fertiger Schmuck sofort deutlich günstiger wird.

Auch beim Ankauf entstehen neue Fragen. Deshalb ist es wichtig, Kunden nicht nur den Tagespreis zu erklären, sondern auch Themen wie Angebot, Nachfrage, Verarbeitung und Design.

Was ist eure Meinung?

Ist der aktuelle Preisrückgang eher eine Chance oder sorgt er für Unsicherheit im Verkauf?

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