Gellner setzt mit Akoya Nova auf natürliche Exklusivität

Eine starke Schmuckmarke lässt sich nicht mit einigen wenigen Stücken in einer Vitrine aufbauen. © Gellner

Natural White, Natural Grey und ein metallischer Lüster: Mit Akoya Nova interpretiert Gellner die klassische japanische Akoya-Zuchtperle neu. Hinter dem Konzept stehen eine exklusive Zucht, eine ausverkaufte Premiere und eine Strategie, die weit über das einzelne Schmuckstück hinausgeht.



Akoya-Zuchtperlen gelten seit Generationen als Sinnbild klassischer Eleganz. Gellner will diese Tradition nicht ersetzen, sondern zeitgemäß weiterentwickeln.

Die Akoya Nova Perlen stammen ausschließlich aus der Zucht von George Kakuda in Japan. Ausgewählt werden sie in den natürlichen Farbrichtungen Natural White und Natural Grey. Durch die lange Zuchtzeit entwickeln sie einen feinen, natürlich metallischen Lüster. So verbindet Gellner japanische Perlenkultur mit einer moderneren und bewusst naturbelassenen Optik.

Im Gespräch mit „Blickpunkt·Juwelier“ grenzt Jörg Gellner die Neuheit von der gewohnten Akoya-Wahrnehmung ab. Nach seiner Einschätzung wird ein sehr großer Teil klassischer weißer Akoya-Zuchtperlen farblich behandelt, um den bekannten roséfarbenen Schimmer zu erzielen. Akoya Nova setzt dagegen auf den natürlichen Ausdruck der Perle.

Damit erhält der Juwelier eine Geschichte, die sich verständlich erzählen lässt: Nicht die möglichst gleichförmige Perfektion steht im Mittelpunkt, sondern Herkunft, natürliche Farbe und ein eigenständiger Lüster.

AUF DER INHORGENTA MUNICH AUSVERKAUFT

Dass diese Idee beim Handel ankommt, zeigte sich bereits auf der Inhorgenta Munich. Nach Aussage Jörg Gellners war die dort präsentierte Auswahl in Natural Grey vollständig ausverkauft.

„Alles, was ich gekauft hatte, war weg“, berichtet Gellner. Anschließend musste das Unternehmen bis zur neuen Ernte und damit bis Mitte Mai auf weiteren Nachschub warten. Gleichzeitig habe sich der gesamte Akoya-Umsatz von Gellner innerhalb der vergangenen sechs Monate deutlich nach oben entwickelt.

Die Verknappung gehört dabei nicht nur zur Vermarktung. Zucht, Ernte und Selektion setzen der verfügbaren Menge natürliche Grenzen. Für den Juwelier entsteht daraus ein Angebot, das nicht beliebig ergänzt oder kurzfristig kopiert werden kann.

DIe Schmuckmarke besitzt eine Formensprache, die nicht beliebig austauschbar ist. © Gellner

MARUTEA ZEIGT, WAS EXKLUSIVITÄT BEWIRKEN KANN

Dass eine besondere Herkunft zum langfristigen Umsatzthema werden kann, hat Gellner bereits mit Marutea gezeigt. Die streng limitierten Zuchtperlen stammen vom abgelegenen Atoll Marutea Sud in Französisch-Polynesien und sind exklusiv bei Gellner erhältlich.

Jörg Gellner bezeichnet Marutea rückblickend als „echte Erfolgsstory“. Vorgestellt wurde das Konzept 2020. Heute liege der Marutea-Umsatz nach seinen Angaben auf dem Niveau der klassischen Tahiti-Zuchtperle oder zeitweise sogar darüber.

Wie stark eine solche Exklusivität auf den Handel wirken kann, zeigt ein Beispiel aus der Schweiz. Ein Goldschmied habe sich intensiv darum bemüht, Marutea führen zu dürfen, obwohl die Region zunächst bereits vergeben war. Inzwischen sei er nach Aussage Gellners der stärkste Schweizer Marutea-Partner.

Der Erfolg beruht damit nicht allein auf Seltenheit. Der Juwelier muss die Besonderheit verstehen, sichtbar machen und gegenüber seinen Kunden überzeugend vertreten.

DAS PRODUKT ALLEIN REICHT NICHT

Akoya Nova zeigt zugleich, wie Gellner heute eine neue Perlenwelt aufbaut. Jörg Gellner hat nach eigener Aussage erheblich in Colliers und damit in eine relevante Warenbreite investiert.

Hinzu kommen P.O.S.-Material, Unterlagen für Kunden, Erklärungen für das Verkaufsteam und eigene Schulungen. „Das alles muss natürlich Hand in Hand gehen“, sagt Gellner. Für ihn ist entscheidend, dass Akoya Nova unmittelbar auf die Marke einzahlt und exklusiv mit Gellner verbunden bleibt.

Damit folgt das Konzept derselben Logik, die sich durch die gesamte Serie zieht: Eine Marke entsteht nicht allein durch ein gutes Produkt. Sie benötigt ausreichende Ware, verständliche Geschichten, geschulte Mitarbeiter und eine konsequente Kommunikation.

Der Schmuck erhält einen Rahmen, eine Geschichte und einen persönlichen Absender. © Gellner

DAS PERLATELIER SCHAFFT DEN UNTERSCHIED

Ein wesentlicher Teil dieser Glaubwürdigkeit entsteht im eigenen Perlatelier. Gellner kauft Perlen direkt bei ausgewählten Zuchtbetrieben ein. Ihre Herkunft bleibt dadurch lückenlos nachvollziehbar. Im Perlatelier werden die Perlen von einem spezialisierten Team sortiert und zu Colliers, Paaren oder Einzelstücken zusammengestellt.

Jörg Gellner sieht darin ein wesentliches Alleinstellungsmerkmal. Während Colliers vielfach bereits fertig aus Asien bezogen würden, stelle Gellner seine Kombinationen selbst zusammen. Dadurch können Farbe, Größe und Lüster gezielt aufeinander abgestimmt werden.

Auch die weitere Verarbeitung bleibt im Haus. In der eigenen Manufaktur arbeiten rund zwanzig Goldschmiede, die die Schmuckstücke in traditioneller Handarbeit vollenden.

EINE GESCHICHTE, DIE DER JUWELIER VERKAUFEN KANN

Für den Fachhandel ist Akoya Nova deshalb mehr als eine neue Variante der Akoya-Zuchtperle. Das Konzept liefert gleich mehrere Argumente für die Beratung: eine klar benannte Zucht, natürliche Farbrichtungen, begrenzte Verfügbarkeit, eigene Selektion und eine Verarbeitung in der Gellner Manufaktur.

Hinzu kommen Verkaufsunterlagen und Schulungen, die dem Team helfen, diese Unterschiede verständlich zu vermitteln. Bereits bestehende Gellner Kunden erhalten zugleich einen neuen Anlass, ihre Sammlung zu ergänzen.

Genau darin liegt die Stärke einer Schmuckmarke. Sie verkauft nicht nur ein einzelnes Collier. Sie schafft eine Welt, in die Kunden einsteigen und später zurückkehren können.

Akoya Nova ist deshalb tatsächlich das Zauberwort für Gellner: nicht allein wegen der Perle, sondern weil Herkunft, Exklusivität, Wareninvestment, Handwerk und Markenführung zu einer gemeinsamen Geschichte werden.

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