Uhrenarmbänder: Marge über alles?

Gute Nachrichten zur Kalkulation: Kann man es bei der Marge von Lederuhrenarmbändern übertreiben? Scheinbar nein.

Gute Nachrichten zur Kalkulation: Kann man es bei der Marge von Lederuhrenarmbändern übertreiben? Scheinbar nein.

Luft nach oben. Kann man es bei der Marge von Lederuhrenarmbändern übertreiben? Die gute Antwort: Scheinbar nein. „Wir werden derzeit oft und regelmäßig von Kunden gebeten, die Kalkulation auf 3.5 oder sogar 4.0 zu erhöhen. Bisher hat noch kein Händler diesen Schritt zurückgenommen oder hätte dadurch mit uns weniger Umsatz gemacht“, sagt Günter Gröning von Colditz.



Zankapfel Marge: Am Beispiel der Preispolitik von Solitären wird deutlich, dass eine zu hohe Marge für den Verkauf hinderlich sein kann. Je transparenter der Markt, desto mehr Probleme bekommen Händler, die es bei der eigenen Marge übertreiben. Bei den Uhrenarmbändern als primäres Service-Produkt scheint dies anders zu sein. Der Lockdown hat gezeigt, wie wichtig dem Konsumenten das Lederband ist und wie sehr er ein neues vermisst, wenn Ladengeschäfte nicht geöffnet sind.

Tendenziell ist die Ausgabebereitschaft des Konsumenten groß. Wie groß sie ist, zeigt ein Blick auf Originalbänder der namhaften Hersteller. Sie kosten gut und gern 600 Euro. Man muss kein Raktenbetriebswirt sein, um auf die Idee zu kommen, dass dieser Betrag der Querfinanzierung dienen könnte. Wie dem auch sei, der Punkt ist: Wenn es die Marke schafft, 600 Euro für ein Krokoband zu bekommen, warum sollte es ein Juwelier nicht auch können?

Kann man es bei der Marge übertreiben? Günter Gröning von Colditz macht derzeit eine positive Erfahrung in dieser Sache. Im Interview mit „Blickpunkt Juwelier“ verrät er: „Wir werden derzeit oft und regelmäßig von Kunden gebeten, die Kalkulation auf 3.5 oder sogar 4.0 zu erhöhen. Bisher hat noch kein Händler diesen Schritt zurückgenommen oder hätte dadurch mit uns weniger Umsatz gemacht.“ Zudem steige die Ausgabebereitschaft der Konsumenten und auch ihr Mut zu farbigen Bändern.

Auch Großhändler Flume kalkuliert großzügig. Die Eigenmarke Happel, die nach Einschätzung von Geschäftsführer Thomas Krükkert etwa 80 % des Bedarfs am Markt für seine Kunden abdeckt, ist mit 3.0 kalkuliert. Die tiefer positionierte Eigenmarke Pocket wird dagegen vom Juwelier frei kalkuliert. Einen geringeren Margensatz gibt es bei der Manufakturmarke Di-Modell, da die Verkaufspreise aber bis zu 269 Euro steigen, macht der Juwelier mehr Margen-Euro pro Band. Dies alles geschieht ohne Marken-Druck, sagt Krükkert: „Wir sehen den Juwelier nicht als Markenbotschafter des Bandlieferanten, sondern er selbst soll sich als Marke aufbauen“.

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