Für Juweliere zeigt der Quartalsbericht, wie wichtig Margensteuerung, Sortimentsschärfe und POS Relevanz im aktuellen Marktumfeld werden. © Pandora
Weniger Silber. Pandora meldet für das erste Quartal 2026 ein organisches Wachstum von 2 Prozent, aber keine Steigerung auf vergleichbarer Fläche. Der Bericht zeigt vorallem eines: Der Markt für bezahlbaren Schmuck bleibt groß, doch Wachstum entsteht nicht mehr automatisch. Design, lokale Relevanz, Materialstrategie und Margensteuerung werden entscheidender.
Verhaltener Start in ein Übergangsjahr
Pandora ist mit solidem, aber deutlich langsamerem Wachstum in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Der Konzern erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 7,109 Milliarden Dänischen Kronen nach 7,347 Milliarden Dänischen Kronen im Vorjahr. Organisch wuchs Pandora um 2 Prozent. Das Like for Like Geschäft blieb jedoch unverändert bei 0 Prozent. (Der Zuwachs kam also nicht aus höheren Umsätzen bestehender Verkaufsflächen, sondern vor allem aus Netzwerkerweiterung und anderen Effekten.) Im Vorjahresquartal hatte Pandora noch 6 Prozent Like for Like Wachstum erreicht.
Für den Fachhandel ist diese Entwicklung relevant, weil Pandora als einer der wichtigsten globalen Anbieter im Segment des zugänglichen Schmucks früh zeigt, wie sich Konsumentenverhalten, Preissensibilität und Sortimentsstrategie verändern. In Nordamerika und EMEA lag das Like for Like Wachstum jeweils bei minus 2 Prozent. Pandora verweist insbesondere auf schwächere Konsumentenstimmung und niedrigere Frequenz. Deutlich besser liefen hingegen Lateinamerika mit plus 6 Prozent und Asien Pazifik mit plus 12 Prozent.
Design wird wieder zum Wachstumstreiber
Pandora sieht 2026 ausdrücklich als Übergangsjahr. Der Konzern will das Wachstum stärker über Design, Markenrelevanz und lokale Aktivierung anstoßen. Besonders in reiferen Märkten reicht Reichweite allein offenbar nicht mehr aus. Neue Produkte müssen unterscheidbarer werden, kulturell anschlussfähig sein und über Earned Media zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugen.
Die Kooperation mit Bridgerton und die Entwicklung der Talisman Kollektion werden als positive Beispiele genannt. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass die großen Kernsortimente nicht automatisch Wachstum liefern. Das Core Segment, das 72 Prozent des Umsatzes ausmacht, verzeichnete ein Like for Like Minus von 1 Prozent. Fuel with More kam auf plus 1 Prozent. Darin liegt eine klare Botschaft: Breite allein ersetzt keine Begehrlichkeit. Auch im mittleren Preissegment brauchen Kollektionen eine erkennbare gestalterische Aussage, eine verständliche Geschichte und einen Beratungsansatz am POS.
Platinbeschichtung als Antwort auf Silberpreise
Besonders wichtig ist Pandoras Materialstrategie. Das Unternehmen plant die Einführung platinbeschichteter Schmuckstücke auf Basis der eigenen Metallplattform. Bis Ende 2028 sollen rund 80 Prozent des relevanten Silbersortiments auf platinbeschichteten Schmuck umgestellt werden. Bereits 2027 soll mindestens die Hälfte dieses Sortiments überführt sein.
Das wirtschaftliche Ziel ist klar. Die Abhängigkeit von Silber soll sinken, die Rohstoffexponierung breiter verteilt werden, die Marge mittelfristig aber über 21 Prozent bleiben. Damit ist geschuldet: Alternative Materialkonzepte, Beschichtungen, Recyclingmetalle und produktionsseitige Innovationen werden nicht nur über Nachhaltigkeit verkauft, sondern zunehmend über Kalkulation und Preissicherheit.
Prognose bleibt unverändert
Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Pandora die Prognose. Erwartet wird ein organisches Wachstum zwischen minus 1 und plus 2 Prozent sowie eine EBIT Marge von 21 bis 22 Prozent. Die Entwicklung im zweiten Quartal zeigt laut Unternehmen aktuell ein etwa flaches Like for Like Wachstum.
Fazit: Der Markt bleibt nicht schwach, aber er wird selektiver. Wachstum entsteht dort, wo Sortiment, Preis, Geschichte und lokale Aktivierung zusammenpassen. Pandora arbeitet daran mit industrieller Konsequenz.













Keine Kommentare